3.9.2010 von hm.
Ist ja nicht das erste mal, dass ich ein Manuskript abgebe. Und dennoch ist es immer mit einer ordentlichen Ausschüttung von Adrenalin verbunden. Eigentlich lade ich das Ganze nur in der Email hoch und schicke es mit einem Knopfdruck ab. Aber immer spielen meine Hormone dabei verrückt, mein Puls beschleunigt sich, und irgendwie bin ich ganz zappelig.
Erstes Projekt vorerst erledigt. Dieses Wochenende ist ausschließlich mir, meiner Familie, der Gemeinde, dem Haushalt und meiner Bügelwäsche gewidmet.
Ab Montag beginne ich dann mit Projekt Nr. 2, Abgabe Anfang Oktober.
hm
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2.9.2010 von hm.
Sie weiß, dass sie das eigentlich nicht muss. Ich weiß, dass ich das eigentlich nicht muss. Und dennoch tun wir es doch.
Donnerstagabend gibt es ein besonderes Ritual zwischen meiner Mitarbeiterin und mir. Ich bringe ihr eine Portion vom Mittagessen mit, weiß ich doch, dass sie sich als Singlefrau nicht so oft etwas kocht. Sie bringt mir eine Schale mit Obst mit, weil sie weiß, dass ich bei meiner Abrechnung immer gerne etwas zwischendurch esse.
Das Zwischendurchessen gewöhne ich mir gerade ab, das Obst bekomme ich trotzdem. Und so freue ich mich den ganzen Abend auf das Nachhause kommen. Ich muss es weder putzen noch schneiden. Liebevoll liegen verschiedene Obstsorten schon portionsgerecht in einer Schale und warten nur darauf von mir genossen zu werden. Und das tue ich dann, Stückchen für Stückchen.
Dankeschön meine liebe A., es war soooooooooo lecker!!!
hm
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2.9.2010 von hm.
Nicht nur kosmetische Vorteile erzielen meine Teilnehmer durch ihre Abnahme. Viele berichten von besseren Cholesterin- oder Zuckerwerten, besserer Kondition und steigendem Selbstwertgefühl. Herr R. brachte heute mit seinem Bericht die ganze Gruppe zum Lachen.
„Also ich hab einen Hund, und wenn ich mit dem Gassi gegangen bin habe ich immer einen Kackbeutel mitgehabt. Aber wegen meinem dicken Bauch musste ich mich immer hinknien. Das war erst mal ganz schön umständlich, außerdem hatte ich dann immer eine dreckige Hose. Ich hab schon 9 kg abgenommen, und jetzt brauche ich mich nur noch zu bücken, um den Haufen aufzuheben.“
hm
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2.9.2010 von hm.
„Du siehst ziemlich müde aus, pass ein wenig auf dich auf.“ Meine Mitarbeiterin schien heute Morgen ganz besorgt.
Die Müdigkeit sitzt mir schon seit dem Wochenende in den Knochen. Ein langes Wochenende in Wolfsburg mit einer Goldenen Hochzeit, einem Stadtbummel, dem Besuch bei Freunden, Grabpflege, Layouten meines Buches, Reparatur am Haus, 23. Hochzeitstag, Termin in Kassel liegt hinter uns. Und in fremden Betten schläft man einfach nicht so gut.
Und dann sind ja immer noch Ferien. Da geht keiner vor Mitternacht ins Bett, und morgens wird etwas länger geschlafen. Nur die Mutter, die muss donnerstags für das Weight Watchers Treffen ganz früh aufstehen. Da darf ich dann auch müde aussehen.
Dennoch hatten wir ein sehr lebhaftes Treffen. Ich brauche nur ein gutes Thema, ein bisschen Begeisterung, ein paar Leute, die mit mir Diskutieren. Und schon ist das Wort Müdigkeit ein Fremdwort für mich.
hm
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1.9.2010 von hm.
Ich fühle mich betrogen. Und ich glaube, nicht nur ich. Nach dem langen, harten Winter hatte ich mich so sehr nach der warmen Jahreszeit gesehnt. Den Frühling übersprungen, hatte ich wenigstens auf einen warmen Sommer gehofft. Nur 5 Wochen Temperaturen über 30 Grad°, mittelmäßiges Wetter im Urlaub, und selbst wenn jetzt mal noch ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolken scheinen spricht das Datum gegen uns. 1. September heißt irgendwie schon Herbst. Heißt, abends Socken und Strickjacke anziehen, heißt Wärmflasche mit ins Bett nehmen und so langsam die Wintersachen suchen. Ich trau mich schon nicht einzukaufen, da ich befürchte, die ersten Weihnachtsartikel zu finden.
Kommt aber doch immer auch auf den Betrachter an. Meine Freundin telefoniert am Dienstag mit mir. Sie ist mit ihrer Familie im Sommerurlaub in Österreich, und hat 40 cm Neuschnee. Na da will ich mich mal nicht beklagen.
hm
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31.8.2010 von hm.
Wenn ich mein Leben
noch einmal leben könnte, im nächsten Leben,
würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter als ich gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben.
Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen.
Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls Du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht nämlich das Leben;
nur aus Augenblicken, vergiss nicht den jetzigen!
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie… ich bin 85 Jahre alt und weiß,
dass ich bald sterben werde.
Nadine Stair
hm
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27.8.2010 von hm.
„Mal gut, dass die Kinder einen Vater haben.“ Vlado setzt sich zu mir auf die Terrasse, nachdem er an Manuels Auto das Licht repariert hat. Mein Mann, der Alleskönner. Es gibt fast nichts, was er nicht reparieren kann.
Ich: „Woher sollen die Kinder das auch können, du wirst ihnen das schon erklären müssen.“
Er: „Ist doch einfach, man macht das Auto auf, schaut sich den Sicherungskasten an und dann findet man den Fehler schon. Mir hat das auch niemand erklärt.“
Ich: „DU findest den Fehler ja auch schon. Aber du kannst von dir nicht auf andere schließen. Hat ja nicht jeder dein handwerkliches Talent. Ich weiß gerade mal, wie man die Haube des Autos öffnet und wüsste mir auch nicht zu helfen.“
Er: „DU musst das auch nicht wissen. DU musst nur schön sein. Reicht ja, wenn du an der Tankstelle jemanden angrinst und um Hilfe bittest.“
So was, und ich bin nicht mal mehr blond.
hm
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25.8.2010 von hm.
Etwas dümmlich glotzte er mich gestern schon an, unser Postbote. Wer um 12.00 Uhr momentan bei uns klingelt, der braucht sich nicht zu wundern, dass ich noch im Schlafanzug rumrenne. Nicht, dass ich sehr lange schlafen könnte, dafür habe ich zu viel zu tun. Aber erst einmal den Rechner hochgefahren und am Schreiben, kann ich mich kaum dazu aufraffen mich anzuziehen. Ich stehe höchstens mal auf, um mir eine weitere Tasse Kaffee zuzubereiten. Autoren bei der Arbeit müssen sich nicht anziehen und stylen. Sie dürfen im Schlafanzug, in lässigen Jogginghosen an ihren Notebooks sitzen, ab und zu mal mit der Lektorin telefonieren und ihre Kreativität auf die Tasten hämmern.
hm
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23.8.2010 von hm.
Normalerweise brauche ich immer ein paar Tage um wieder anzukommen. Brauche eine Weile, um die Wehmut abzuschütteln, dass der Urlaub, die Zeit auf Sardinien wieder vorbei ist. Sardinien ist ja viel mehr für uns als nur Urlaub. Sardinien ist zur zweiten Heimat geworden. Dort bedeutet ankommen und sein auch immer ein stückweit zu Hause sein. Dort haben die Erinnerungen an Julian viel stärkeren Zugang zu meinem Inneren, dort laufen die Zeit, die Gedanken und das Tun in anderen Bahnen. Es war dieses Jahr ein wenig anders, merkwürdig, nicht schlecht, aber dennoch anders. Und ich stelle fest, dass ich nicht mal einen Tag brauchte, um wieder voll und ganz hier zu sein.
Und obwohl ich ziemlich viel zu tun habe mit meinen zwei neuen Projekten, obwohl das für mich momentan sogar bedeutet, sonntags zu arbeiten fühle ich mich ziemlich gut. Denn eins ist mal sicher. Ich fahre gerne in den Urlaub, ich genieße die ruhige Zeit, das süße Nichtstun, die intensive Zeit mit der Familie sowie die Sonne. Aber ich bin genauso gerne zu Hause. Ich arbeite nämlich gerne.
hm
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20.8.2010 von hm.
„Bringt etwas Sonne mit.“, bekam ich per SMS die Anweisung einer Freundin.
Das Wetter der letzten drei Wochen auf Sardinien war mittelmäßig. Die gewohnten mindestens 33 Grad C° ließen auf sich warten, davon haben wir leider in diesem Jahr nichts abbekommen. Und wer mich kennt weiß, dass erst ab diesen Temperaturen für mich Sommer ist. Mehrere Tage war es sogar bewölkt und wir waren eher selten am Strand. Ganze zweimal hab ich mich hinreißen lassen um wenigstens ein bisschen Salzwasser auf meiner Haut zu spüren. Kurz rein und wieder raus, mehr war dieses Jahr nicht drin. Die Wassertemperatur ließ nichts anderes zu. Nun ja, auch solche Urlaube vergehen. Genügend Lesestoff, die Zeit mit der Familie, ausschlafen, rumgammeln, die Köstlichkeiten der Insel (3 kg mehr auf der Waage so ganz ohne Bewegung) haben sich dennoch angefühlt wie Urlaub. Und auch wenn ich den Kopf mit Arbeit und Entscheidungen voll hatte, auch wenn ich an meinem neuen Projekt schreiben musste, es war dennoch schön.
Noch mehr Arbeit wartet hier auf mich, aber zumindest haben wir mehr Sonne mitgebracht als wir hatten, und so schreibe ich auf der Terrasse.
Ist das nichts??? Das ist doch was!!!
hm
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