Lese heute Morgen in der Zeitung über den Mangel an Plätzen für Obdachlose in Notunterkünften. Die Corona-Pandemie drohe die Situation der Obdachlosen in unserem Landkreis in diesem Winter zu verschlimmern.

Ich gehöre nicht zu denjenigen, die sich trauen, mit Obdachlosen ins Gespräch zu kommen. Ich kann mich so schlecht in ihre Welt hineinversetzen. Hin und wieder erwische ich mich sogar dabei, dass ich die Augen verschließe, wenn ich an jemandem vorbeilaufe. Puh……regt sich da bei mir noch etwas? Ist das mein Thema? Geht mich das was an? Dann denke ich oft, es müsste in Deutschland keiner auf der Straße leben. Aber kann ich mir ein Urteil erlauben? Ich bin nicht in ihren Schuhen gelaufen. Ich weiß nicht, was sie dazu geführt hat. Irgendwie will ich mich mit dieser Thematik nicht beschäftigen. Man kann ja auch nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Ich engagiere mich für unsere Kinder in Angola. Für unsere Kirche. Spende hier und da. Reicht doch, oder?

Heute reicht das nicht. Mir geht der Artikel noch nach. Heute in der Stadt komme ich am Markt vorbei, und überlege mir, auf dem Rückweg irgendein frisches und leckeres Gemüse zu kaufen. Vielleicht leiste ich mir auch mal einen Fisch vom Fischstand.

Ein paar Minuten später komme ich in der Fußgängerzone an einem Straßenmusiker vorbei. Obdachlos sieht der nicht aus. Aber sofort fällt mir die Musikbranche ein, die es,  gerade so schwer hat. Ich bin schon an ihm vorbei, da kommt mir ein Gedanke: „Wie wäre es denn, wenn du heute ein bisschen großzügiger wärst? Nicht nur eine Münze in seinen Hut schmeißt. Und dafür nichts vom Markt kaufst.“ Ich ziehe einen Schein aus dem Portemonnaie. Und freu ich mich einfach am Lächeln des Mannes. Ich lächele so viel mehr, im Herz.

Zu Hause angekommen sehe ich, dass ich einen Anruf verpasst habe. Ich rufe zurück und da bestellt eine Frau bei mir ein bellicon@.

Das eine hat mit dem anderen vielleicht nichts zu tun. Dennoch fällt mir SOFORT dieser Bibelvers ein:

 

hm