27.06.2010

Ich erinnere mich noch gut an diesen Tag. Es war die erste Taufe am Korker Baggersee unserer frisch gegründeten Gemeinde. Wir hatten sechs Täuflinge. Zwei meiner Söhne waren dabei, Carmen und Reinhard, die zwischenzeitlich nicht nur unsere Freunde sind, sondern uns auch maßgeblich in der Kirche unterstützten. Und zusätzlich ist Carmen unsere Office-Fee, ohne die Beate und ich nicht mehr auskommen könnten.

27.06.2021

11 Jahre später. Wieder hatten wir eine Taufe. Mit sechs Täuflingen……dachten wir. Und dann wurden es plötzlich sieben.

Aber ich fang mal beim Anfang an. Fast die ganze Gemeinde hatte sich aufgemacht, um am Sonntag bei diesem Anlass dabei zu sein. Und das war für uns alle ziemlich emotional. Denn immerhin leben wir seit 15. März 2020 mit riesigen Einschränkungen. Während unsere Gottesdienste normalerweise sonntags gut besucht waren, müssen seit mehr als einem Jahr die Abstände eingehalten werden. Dadurch können nicht mehr als 30 Besucher kommen. Um möglichst vielen Präsenzgottesdienste zu ermöglichen, bieten wir zwei Gottesdienste an. Der Rest schaut per Livestream.

Sonntag waren fast alle gekommen. Manche kannten sich noch gar nicht, weil unsere Kirche innerhalb der letzten Monate gewachsen ist. Aber du kannst dir gut vorstellen, wie groß die Freude war, alle wiederzusehen und Zeit für Gemeinschaft zu haben. Beziehung ist für uns als Kirche existentiell.

Lobpreis, Predigt, Zeugnisse der Täuflinge und dann die Taufe. Insgesamt hatten wir sechs Täuflinge, die sich aufgrund ihres Bekenntnisses an Jesus Christus taufen lassen wollten. Es ist immer wieder ein sehr emotionales Erlebnis. Die Geschichte jedes einzelnen zu hören. Wie er zu Gott gefunden hat.

Und dann fragte mein Mann, wie jedesmal, ob es noch jemanden gibt, der sich taufen lassen möchte. Da höre ich aus der Ferne ein „Ja ich“.

Ein junger Mann kam zum Ufer und sagte, er wolle sich auch taufen lassen. Ich drehte mich zu meiner Freundin: „Wer ist das denn?“ „Keine Ahnung.“ Die meisten von uns wussten nicht, wer das ist. Dann fing Cris an zu erzählen. Er folge schon länger Philipp Mickenberger auf seinem YouTube Kanal „Real Life Guys“* und war so beeindruckt, wie Philipp über seinen Glauben sprach und trotz Krebserkrankung so viel Hoffnung ausstrahlte. Er habe angefangen zu beten: „Gott wenn es dich gibt, dann zeig dich mir.“ Kurze Zeit später fuhr er hinter einem Auto her, auf dem stand“Jesus liebt dich“. Da war für ihn klar, dass es einen Gott geben muss. Er hat alle seine Freunde und Bekannte angerufen und ihnen davon erzählt. So auch Patrick, der zu unserer Kirche gehört. Und der hat ihn zum Taufgottesdienst eingeladen. War es Zufall, dass unser Sohn an diesem Sonntag über den Freund von Philipp Mickenberger predigte? Dass der sich zwei Wochen nach dem Tod Philipps taufen ließ………

Die ganze Gemeinde war emotional berührt, und selbst die umstehenden Badegäste waren bewegt von dem, was da passiert ist.

So waren es am Ende sieben Täuflinge. Im Himmel war Party und Philipp hat bestimmt mitgefeiert.

Diese Sehnsucht nach einer Beziehung zu Gott, dieser Wunsch nach Unsterblichkeit, die Frage nach dem Sinn des Lebens und der Frage nach dem „Wo komme ich eigentlich her und wo gehe ich eigentlich hin?“……..die steckt übrigens in jedem Menschen. Früher oder später wirst du dir diese Frage auch stellen. Sie gehört zum Ewigkeitsplan.

Jesus liebt dich

hm

* The Real Life Guys ist ein deutscher YouTube-Kanal mit mittlerweile 1.400.000 Abonnenten , der 2016 von Johannes und Philipp Mickenbecker aus Bickenbach gegründet wurde. Auf dem Kanal wurden regelmäßig Videos mit Do-it-yourself-Projekten hochgeladen. Philipp Mickenbecker ist am 9. Juni 2021 mit 23 Jahren an seiner Krebserkrankung gestorben. Er darf jetzt bei dem sein, an den er geglaubt hat.