Es trifft mich meistens unvorbereitet. Heute Morgen waren wir mit ein paar Frauen in Offenburg in der Baptistengemeinde zum Frauenfrühstück verabredet. Zum Einen war es eine Gelegenheit, die Verantwortlichen einmal persönlich kennenzulernen, da ich im Oktober dort als Referentin eingeladen bin. Zum Anderen sprach Cornelia Mack. Von ihr hatte ich schon ein Buch gelesen und war nun gespannt auf die Dame. Das Thema sprach mich eigentlich nicht wirklich an. „Zerbrüche, Umbrüch, Aufbrüche“ Da könnte ich selbst aus dem Nähkästchen plaudern. Was wir nicht alles für extreme Höhen und Tiefen durchgestanden haben. Und immer wieder war Gott an unserer Seite und hat uns wieder auf die Beine gestellt.
Und dann bringt mich heute ein einziger Satz aus der Fassung. Cornelia sprach von Veränderung, und was sie mit uns machen. Und so eine ganz banale Sache wie „Umzug“ ließen mir die Tränen über die Wangen laufen. „Ein Umzug bedeutet, Menschen zu verlassen, mit denen wir Höhen und Tiefen erlebten, mit denen wir weinten und lachten und mit denen wir vielleicht schon an Gräbern standen.“
Fast sechs Jahre sind es jetzt schon her. Wie ein Film ging mir der Abschied von Wolfsburg, und dem, was wir dort aufgegeben haben durch den Kopf. Und nicht nur meine Augen tränten, auch mein Herz. Da ist doch noch so einiges im Herzen vergraben, das kommt nur ab und an mal wieder zum Vorschein. Wie schön, dass ich das immer wieder an Gott abgeben darf. Und Cornelia hat so ein schönes Beispiel genannt. Jesus möchte, dass wir unser Herz bei ihm ausschütten. So wie wir einen Putzeimer, mit dem wir das Haus gesäubert haben. Sonst fängt das Wasser an zu stinken.
Glücklich darf ich mich nenne, dass ich einen Mann habe, der heute den ganzen Nachmittag mit mir verbracht hat. Die Kinder waren alle unterwegs, wir haben den milden Wintertag bei einem Spaziergang und guten Gesprächen verbracht, und schon ist der Eimer wieder leer und mein Herz duftet. Auch ein Gottesgeschenk.
hm
8.2.2010 bei 10:53
Es tröstet mich, dass es dir nach sechs Jahren noch so geht. Ich dachte, nur ich sei so ein Heimweh-Typ und fragte mich kürzlich, als im Gottesdienst wieder die Tränen liefen, wann denn diese Phase mal vorbei ist, ich dachte schon, ich hätte es hinter mir. Aber wir sind ja erst 1 1/2 Jahre hier.
Grundsätzlich sehe ich Heimweh positiv - ich weiß ja, dass ich wirkliche Freunde zurückgelassen habe, wir haben einiges miteinander erlebt, und zum Abschied haben sie uns nochmal mit Liebe überschüttet, davon zehre ich immer noch.
Liebe Grüße in den Süden - ich sehe eure schöne Gegend vor meinem inneren Auge
8.2.2010 bei 11:05
Ich hab eigentlich überhaupt gar kein Heimweh. Und es zieht mich auch nicht zurück, aber da sind ganz andere Dinge in meinem Herzen……
Liebe Grüße
Heike