Archive für Oktober 2009

Im Fluss


Seit 21. September lebe ich jetzt im „neuen Programm“, und was soll ich sagen: Es läuft. Mindestens dreimal die Woche gehe ich laufen, schreibe auf, plane, oder auch nicht, nutze alle Möglichkeiten voll aus und bin rund herum zufrieden. Die abgenommenen drei Kilo machen sich bemerkbar, alles passt wieder, ohne zu kneifen. Es fühlt sich einfach gut an. Und nun stehen die Herbstverlockungen vor der Tür, und ich bin gespannt, wie ich diese bewältige. Herbst ist die Jahreszeit, in der es mir am schwersten fällt „im Programm“ zu bleiben. Die Tage werden kürzer, die Abende gemütlicher, und das Essen, vor allen Dingen die Knabbereien, ob süß oder salzig leckerer.

Aber momentan beschleicht mich doch wieder der Gedanke: „Nichts schmeckt so gut, wie es sich anfühlt schlank zu sein.“ Ok, manchmal schmeckt es besser, aber nur manchmal.

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Mäuse


„Oh, die ist aber süß!“, ruft meine Mitarbeiterin P. und zeigt auf meine neue Maus am Computer. Ich musste Vlados Ersatzmaus mitnehmen. „Meine alte Maus haben unsere Katzen zerfressen, in 1000 kleine Stücke.“ Eigentlich war ich ziemlich genervt von unseren Raubtieren. Sie haben sogar die Schnürsenkel meiner Turnschuhe zerfressen. Tun ja gerade so, als gäbe es bei uns nichts zu fressen.

Da bricht P. in schallendes Gelächter. Ich schau sie entgeistert an. „Entschuldige bitte.“, sie kann sich kaum beruhigen. „Sind halt Katzen, und die mögen Mäuse.“

Ha ha…….aber warum sie auch Turnschuhschnürsenkel mögen ist mir noch unverständlich.

hm

60% Muskeln im Einsatz


Eigentlich mag ich sie nicht so gerne. Seit dem wir in Süddeutschland wohnen, habe ich erst eins von innen gesehen. Ich meine Hallenbäder. In Freudenstadt gibt es ein Panaroma-Bad, dort waren wir mit den Kindern mal vor ein paar Jahren. Das war’s.

Hallenbäder sind so unübersichtlich, man kann fast unmöglich auf mehr als ein Kind aufpassen. Aber mittlerweile kann auch Joana schon ganz gut schwimmen, und letztens hab ich ihr versprochen, mal in ein Hallenbad zu gehen. Meine Süßmaus vergisst so etwas nicht. Also lag sie mir gestern in den Ohren.

Was für ein netter Nachmittag, mit meiner Kleinen und ihrer Freundin in Bühl in einem super überschaubaren Schwimmbad zu verbringen. Neben der Aufmerksamkeit für die Kids fand sogar ich Zeit meine Muskeln zu bewegen. Das war sicher nicht unser letzter Besuch.

hm

Ein Helm wäre Gold wert gewesen


Ein Snakeboard hat sich der Junge gewünscht, und eins bekommen. Am Montag lag es auf seinem Geburtstagstisch und ein Grinsen huschte über sein Gesicht. „Jonathan, bitte, nur mit Schützern und Helm.“, mahnte ich ihn.

„Einen Helm hab ich nicht.“

Fahrradhelme sind uncool, er weigert sich, so ein Teil auf den Kopf zu setzen. Und alles Mahnen, Zwang und Ärger hilft nicht. Er setzt ihn nicht auf. Mein Bruder hatte die geniale Idee. „Ich schenke ihm einen coolen schwarzen Skaterhelm zum Geburtstag.“ Und Jonathan stimmte zu. Am Freitag kam das Paket an, der Helm ist tatsächlich cool. „Du könntest ihn auch zum Fahrradfahren aufsetzen.“, versuchte ich es erneut. „Nee, mach ich nicht, beim Fahrradfahren passiert mir eh nichts. Ich weiß nicht, wie andere Mütter das schaffen, ich bekomme den Jungen nicht dazu, das Teil auf den Kopf zu setzen. Er würde es unterwegs wieder abnehmen.

Jonathan will sich sofort bei Onkel Frank bedanken, ruft in seiner Firma an. Er ist noch nicht da. Eine halbe Stunde später bekomme ich einen Anruf von seinem Kollegen. „Erschrick nicht, es ist nicht lebensgefährlich, aber Frank hatte einen schweren Verkehrsunfall. Er ist beim Fahrradfahren von einem Auto angefahren worden.“

Natürlich erschrecke ich. Ein paar Minuten später telefoniere ich mit der Polizei, die mir nur sagen kann, dass es so aussieht, als bestünde keine Lebensgefahr. Mein Bruder sei auf dem Kopf aufgeprallt, und hätte sehr, sehr viel Blut verloren. „Ein Helm wäre Gold wert gewesen.“ Da spielt es kaum eine Rolle, dass er keine Schuld trägt.

Zwei Tage sind seitdem vergangen. Meinem Bruder geht es den Umständen entsprechend gut. Er hat keine inneren Verletzungen, hoffen wir, denn sein Auge ist noch komplett geschwollen, das Lid musste genäht werden. Wir hoffen, dass mit dem Auge alles ok ist. Seine ganze rechte Seite ist Matsch. Er hat uns ein Foto geschickt. Es reicht, dass meine Kinder ab sofort mit Helm fahren. Und ich frag mich: Muss so etwas immer erst passieren?

hm

Flammkuchen und neuer Wein


In Norddeutschland gab’s so etwas nicht, hier liebe ich es. Flammkuchen und neuen Wein. Gestern Abend hatten wir einen Frauenabend unserer Gemeinde bei einer lieben Freundin in der Besenwirtschaft. Die ist momentan nicht geöffnet und so standen uns Küche und Wirtschaft offen. Bei viel Gelächter genossen wir die Teigfladen belegt mit Rahm, Zwiebeln, Lauch, Speck und Käse. Und dazu gab’s Neuen Wein.

So ein Abend könnte einen aus der Bahn werfen, wenn man „im Programm“ ist. Aber geplant sind auch diese Leckereien zu genießen. Und das konnte ich gestern Abend.

Heute steht die zweite Herausforderung an. Muss einen Termin der Firma in Karlsruhe wahrnehmen. Vlado kommt mit und wir „bummeln“ noch ein wenig durch die Stadt. Fünf Jahre lebe ich jetzt schon in Oberkirch und war noch nie in Karlsruhe. Außer in irgendwelchen Hotels zu irgendwelchen Meetings. Da wird es mal Zeit, dass ich die Fußgängerpassage kennenlerne. Hoffe, dass mir nicht zu  viele Leckereien in die Nase steigen.

hm

3 kg und weniger Haare


„Bitte nichts von der Länge weg, vielleicht ein wenig Farbe, auch keine Stufen. Aber ich möchte möglichst total verändert aussehen.“

Das waren bis vor zwei Jahren meine Ansagen beim Friseur. Die Damen hatten es nie leicht mit mir. Mein Mann liebt lange Haare, so war es für mich selbstverständlich die Haare länger zu tragen. Außerdem gefiel es mir auch. Aber leider habe ich nicht das schöne, volle, dicke Haar meiner Mutter geerbt. Ich muss hinkommen, mit dünnen, aschfarbigen, langweiligen, schlecht kämmbaren Haaren, muss das Beste draus machen.

Vor knapp zwei Jahren entschied ich mich von lang auf Bob, vor einem Jahr zu einem Kurzhaarschnitt. Und bin seitdem ziemlich zufrieden, und mein Mann auch.  Nur vergesse ich leider immerzu, mir rechtzeitig einen Termin bei meiner Friseurin zu holen. Alle sechs Wochen……das kannte ich mit den langen Haaren nicht. Am Freitag sitzt sie während des Schulkonzerts neben mir, ich grinse sie an und sage herausfordernd: „Sag mal, schämst du dich nicht, schau mich mal an wie ich aussehe.“ Und hätte sie eine Schere dabei gehabt, sie hätte mir die Nackenhaare gestutzt. Sofort habe ich einen Termin bekommen, heute Nachmittag.

Nur diesmal hab ich sie einfach mal machen lassen. „Schneid irgendwie, wie du denkst, dass es gut aussieht.“ Da ich in Zeitnot war, hatte ich mich nach dem Föhnen kaum im Spiegel betrachten können. Unterwegs in mein Treffen blinzelte ich nur ab und zu mal in meinen Rückspiegel. Dafür sprach die Reaktion meiner Teilnehmer Bände. Eine Teilnehmerin nach der anderen reagierte positiv und sprach mich auf meine, so super tolle Frisur an. Das muss ja doll aussehen, denke ich, muss aber noch bis zum Abend warten, um mich mal richtig zu betrachten.

Und irgendwie sieht’s klasse aus, die neue Frisur und die 3 kg weniger, dank des neuen Programms.

hm

Bis zur Decke


„Es ist dein Job, also sorg auch dafür, dass du deine Pakete vom DPD-Mann annimmst.“ Mein Sohn war genervt. Und ich auch:“Dann wasch dir demnächst deine Wäsche auch selbst.“ Schlagfertig sind bei uns alle in der Familie, im Guten wie im Schlechten. DPD war gerade da und ich wunderte mich, hatte ich doch eigentlich nichts bestellt. Nur so langsam trudeln die neuen Programmunterlagen ein, ich dachte, das Meiste habe ich schon.

Und dann trifft mich der Schlag als ich in den Keller komme. Ich finde den Weg zum Ausgang nicht mehr, in meine Waschküche komme ich gar nicht. Alles ist zugestellt, Karton an Karton, bis an die Decke reichten sie. Nun verstehe ich, warum Manuel genervt war, und bereue schon meine scharfe Antwort.

Ich hatte bis gestern Abend keine Ahnung was in den Paketen steckt, erst nach dem Treffen um 21.30 Uhr begann ich mit dem Auspacken. Aber was sich da in meinem Keller türmt, ist nicht einmal ansatzweise das, was ich noch vor der Programmeinführung zu bekommen habe.

Mein Mann plant schon, mir eine Garage als Lagerraum herzurichten. Ich frag mich nur, was Kolleginnen machen, die keinen Keller haben???

Eins weiß ich aber sicher: Meine Teilnehmer werden sich freuen, ausnahmslos!!!

Und ich fang dann mal mit Testen an.

hm

Emotionspredigt


Es gibt so manche Predigten, die bringen mich zum Weinen. Immer dann, wenn ich von Gottes Liebe und Gegenwart besonders berührt werde. Doof ist nur, dass mir das auch bei meinen eigenen Predigten passiert. Und so liefen am Sonntag nicht nur einigen Gottesdienstbesuchern die Tränen übers Gesicht, sondern auch mir. Und ich hatte es schon geahnt. Bereits in der Vorbereitung meiner Predigt, war mir klar, dass das emotional wohl das Extremste ist, was ich jemals vorgetragen habe. Aber gerade dann, wenn uns die Liebe Gottes emotional so berührt, dann ist unser Herz erfasst und nicht nur unser Kopf. Und deshalb freue ich mich, dass ich zum gleichen Thema in zwei Wochen in Burgau nochmals sprechen darf.

hm

Es war einfach nur cool


Oh, war das gestern aufregend. Seit ein paar Wochen helfe ich der supernetten Lehrerin von Jonathan bei den Bandproben. Zwei Jungs und drei Mädchen singen, Jonathan und D. spielen E-Gitarre, T. spielt Schlagzeug, L. bläst die Posaune, und D. sitzt an der Technik. Und ich darf dabei sein, und die Sänger coachen. Nicht, dass ich besonders toll singen kann, aber zumindest halte ich die Stimme und höre heraus, wenn jemand schief liegt. Außerdem brauchten die Kids noch ein wenig Unterstützung was die Bühnenpräsenz angeht. Und die Lehrerin D. und ich waren uns immer einig, haben uns 100% ergänzt und uns einfach nur wohl gefühlt bei den Proben. Und dann hat sie sich doch in mein Herz geschlichen.

Gestern nun hatte die Band ihren zweiten Auftritt. Mittags war die Generalprobe, abends ab 17.30 Uhr waren wir für die letzten Vorbereitungen schon in der Halle. Da hieß es Händchen halten, ermutigen, lächeln, nochmals ansingen, die letzten Kleinigkeiten besprechen und ganz cool bleiben. D. und ich versuchten uns die Aufregung nicht anmerken zu lassen. Wir waren mächtig stolz auf die Kids. Sie mussten bis zum Schluss warten. Nach den Auftritten vom Kindergarten, der Grundschule und dem Männergesangverein waren sie nun dran. Und was soll ich sagen, die Halle hat gebebt.

Was war das für ein Gefühl, als die Mädels dann nach dem Auftritt und dem riesen Applaus und der Zugabe runter gerannt kamen, mir in die Arme geflogen sind und „Danke, danke, danke!“, gerufen haben. Das ist Geben und Nehmen zu gleichen Teilen.

hm

Ich will nicht mehr ohne


Manchmal mitten beim Kochen habe ich das Bedürfnis meine Freundin anzurufen. Die, die mich überzeugt hat, mir den Thermomix zuzulegen. Meine Freude über das Gerät sprudelt dermaßen über, wenn ich Dinge herstelle, für die ich ohne den Wunderkessel die dreifache Zeit gebraucht hätte. Die Woche gab es Pizza. Ein Gerät für alles. Zuerst wird der Teig zwei Minuten geknetet (die Hefe brauche ich nicht vorher aufzulösen), und durch die integrierte Waage steht nur dieses eine Gerät auf meiner Arbeitsplatte. Im TM zerkleinere ich den Käse, stelle ihn an die Seite, und ohne den Topf nochmals spülen zu müssen bereite ich die Tomatensoße vor. Und während die Pizza im Ofen schön knusprig wird, mache ich noch mal eben schnell einen Rohkostsalat.

„Mutti, gibt’s Nachtisch?“, die Frage kommt meistens von Jonathan.

Seit einer Woche gibt’s fast jeden Tag Mousse au chocolat nach meinem Vorführrezept, in zwei  Minuten fertig, und sooooo lecker.

Und in solchen Momenten, da würde ich meiner Freundin am Telefon gerne sagen: „Dankeschön, dass du mich drauf gebracht hast.“ Ein paar Mal hab ich ihr sogar in meiner Begeisterung eine E-Mail geschrieben, denn sie wäre sicherlich genervt, würde ich ständig anrufen, und mich für den Thermomix bedanken.

hm