Archive für 9.6.2009

Rosi und Viktor


Ich liebe die Möglichkeiten des World Wide Web, und staune immer wieder, woher so manche Kontakte kommen. Beate brachte mich vor einiger Zeit auf die Seiten von Xing, und darüber erhalte ich diese Tage eine Nachricht von einem alten Bekannten aus China. Ich meine: CHINA, das liegt auf der anderen Seite der Welt. Und er schreibt: „Hallo, schön, dich hier zu treffen.“ China liegt nur einen Tastaturknopf entfernt. Vor zwei Wochen kontaktierte mich ein alter Schulkamerad, an den ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern kann. Und vor ein paar Tagen, da bin ich vom Stuhl aufgesprungen, so groß war meine Freude.

Wir waren mal ziemlich gute Freunde. Ein schweizer Ehepaar und wir. Während der Bibelschulzeit in Erzhausen wohnten wir in Parallelstraßen, besuchten uns häufig gegenseitig. Bei ihnen hab ich das erstemal in meinem Leben Raclette gegessen, mit ihren drei kleinen Kindern habe ich auf dem Boden herumgetollt. Und durch sie, ist vor 18 ½ Jahren der Name für unsere Tochter entstanden. Ich war mit Manuel schwanger und wir waren bei einem Martinsfeuer des Kindergartens ihrer Tochter. Da steht irgendein Vater neben mir und ruft durch die Menge und das Feuer hindurch: „Jooooooaaaaaaaannnnaaaaaaaa!“ Da wusste ich, so wird unser Mädchen heißen. Hat ein paar Jungs lang gedauert, aber so heißt sie nun.

Und da Vlado zur Geburt von Manuel nicht mitgehen konnte, weil er sich bei ihren Kindern mit Windpocken angesteckt hatte, nahm ich sie mit, Rosi. Während Vlado auf ihre Kinder aufpasste, atmete sie mit mir die Wehen weg und half dabei unseren ersten Sohn auf die Welt zu bekommen. Die Erinnerung bleibt.

Er hat Vlado in die Tiefen des Computers geführt und tage- und nächtelang mit meinem Mann an unserem ersten Rechner gebastelt.

Die Bibelschulzeit war beendet. Sie gingen zurück in die Schweiz, wir nach Wolfsburg. Einmal hatten wir sie besucht, danach war der Kontakt völlig abgebrochen. In die Schweiz telefoniert man nicht mal eben so, und Internet hatten wir damals noch nicht.

Und diese Tage, da bekomme ich eine Mail von ihr, Viktor habe ihr mein Buch gekauft, und sie freut sich, mich wieder zu treffen. Und ich erst. Und so weit ist die Schweiz nun auch nicht mehr weg.

hm

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