Archive für Juni 2009

gefühlte Ferien


Die erste Jahreshälfte ist vorbei. Ich erschrecke jeden Sommer kurz vor dem Urlaub. Denke, wir waren doch erst auf Sardinien. Und nun liegen die Ferien schon wieder vor uns. Gestern Nachmittag allerdings, hatten wir schon etwas Ferien im Garten. Nach einem ganzen Tag Haus- und Büroarbeit nahm ich mir ab 17.00 Uhr den Rest des Tages frei. Da die Temperaturen des Pools auf 25 C° angestiegen waren, traute auch ich mich mal ins Wasser. Und hatte jede Menge Spaß mit meiner Süßmaus. Später dann genoss ich bei plätscherndem Wasser und einer erzählenden Joana die Sonne. Den Megaspaß allerdings hatten wir dann, als Manuel, Jonathan, Vlado, Joana und ich eine Runde Volleyball im Pool spielten. Steven war leider im Freibad. Vor lauter Lachen, waren wir fast nicht mehr in der Lage den Ball über die provisorische Stange zu werfen.

Ausgepowert und doch etwas durchgefroren stand ich im Bikini im Bad, Manuel steht vor mir. Ich betrachte mich im Spiegel und stelle fest: „Mensch, guck dir das mal an. Ich hab das Gefühl, dass ich im Alter immer runder werde. Ich seh schon wie so ne richtige alte Mutter aus.“

Manuel:“ Mutter??? Meine Liebe, du wirst bald Oma!“

hm

Zeit für den Haushalt


Zeit für mich war das Thema diese Woche in den Treffen. Ein Thema, dem ich ein ganzes Buch gewidmet habe. Und praktiziere es selbst mit einer guten Portion Egoismus. Bei der vielen Arbeit, die immer ansteht, hätte ich normalerweise nie Zeit für mich. Es gäbe immer etwas zu tun, aufzuräumen, zu putzen, zu buchen, zu jäten, zu erledigen. Ich würde nie fertig werden. Da ich diese Zeiten kenne und auch die Unzufriedenheit, die sich mit der Zeit einstellt, nehme ich mir immer wieder die Freiheit, auch Zeit für Dinge zu nehmen, die ich gerne tue. Ist alles eine Sache der Prioritäten setzen, und das fällt manchem nicht so leicht. Montags laufe ich normalerweise eigentlich, und habe dennoch meine Priorität anders gesetzt. Heute bin ich der Meinung, dass Fenster Putzen, Altpapier entsorgen, Wäsche bügeln und evtl. auch etwas Gartenarbeit wichtiger ist.

Und wenn ich dann erst einmal dabei bin, vergesse ich alles um mich herum. Blöd nur, dass ich heute Morgen auch mein Töchterchen vergessen hatte. Sie muss um 7.55 Uhr losgehen, um 7.40 Uhr fiel mir beim Fensterputzen voller Schreck ein, dass sie noch im Bett liegt. Kann ja mal passieren, bei vier Kindern, dass man eins vergisst.

Die Fenster sind sauber, das Kind ist dennoch pünktlich zur Schule gegangen, alles nochmal gut gegangen.

hm

Sommerfeste


Zwei Wochenenden hintereinander voller Feste, das strengt schon an. Während wir letztes Wochenende voll und ganz auf das Stadtfest in Renchen vorbereitet waren, hieß es heute Morgen für mich in die Stadt zum Oberkircher Kindertag. Mein Töchterchen hatte einen Auftritt, allerliebst und gerade noch rechtzeitig, bevor es so richtig anfing zu regnen. Und anstatt gemütlich über den Kindertag zu bummeln, sitzen wir zu Hause, jeder geht seiner eigenen Lieblingsbeschäftigung nach. Meine Muskelkater vom Geburtstagsgeschenk lassen so langsam nach, die Muskeln haben sich an die täglichen Übungen gewöhnt und es macht sooooooooo viel Spaß. Und gestern kam doch tatsächlich der Postbote und brachte mir noch einen Herzenswunsch ohne Absender. Manchmal kann ich es gar nicht fassen, wie sehr ich verwöhnt werde. Irgendwann dämmerte es mir dann, dass der fehlende Absender nur mein kleiner Bruder sein kann. Wie wahr, wie wahr.

Morgen ist wieder Fest, diesmal Schulfest in Bottenau. Wieder Kuchen backen, Salat zubereiten, Kuchen verkaufen…..und den ganzen Nachmittag von zu Hause weg sein. Grundsätzlich sollte man sich als Mutter von vier Kindern vor den Sommerferien nichts vornehmen. Die Schulen geben genügend Termine vor. Dennoch stehen zwei wichtige Fahrten nach Stuttgart am Freitag und zwei Wochen später nach Düsseldorf an. Ich bereite mich auf eine Zertifizierungsprüfung vor und muss sagen, ich bin sehr begeistert. Begeistert davon, sich mit der Thematik, die ich Woche für Woche im Treffen erlebe nochmals so intensiv auseinander zu setzen. Das schult, und für Schulungen bin ich immer zu haben.

hm

Eine kurze Zeit auf dieser Welt


Diese Woche bin ich mehrfach mit dem Tod konfrontiert worden. Eine Mutter erzählte mir, sie habe ihren 19-jährigen Sohn vor einem halben Jahr durch einen Verkehrsunfall verloren. Eine Teilnehmerin steht am Mittwoch vor mir und sah aus, als hätte sie gerade mit Ach und Krach einen Boxkampf gewonnen. Blaues Gesicht, Prellungen am ganzen Körper. „Frau Malisic, wir saßen im Auto und da kam einer auf uns zu in Schlangenlinie, und wir konnten nicht mal ausweichen.“  Und sie macht sich Sorgen darüber, dass sie nicht abgenommen hat. Mir standen die Tränen in den Augen. Ich versuchte sie zu trösten: „Ihr Gewicht ist wohl das aller unwichtigste. Frau F.  sie haben das überlebt.“ Und dann muss sie natürlich weinen und ich versuche mich zu beherrschen, weil da noch 70 andere Teilnehmer warten. Und dann stirbt Michael Jackson……und so viele andere Menschen auch, in jeder Minute.

Mir wird in solchen Situationen immer wieder eins deutlich. Unser Leben hier auf dieser Erde ist nur Stückwerk, ein Bruchteil dessen, was die Ewigkeit bedeutet. Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, daran, dass alle diejenigen, die an Jesus glauben mit ihm beim Vater sein werden. In einem neuen Lied, was ich gerade mit meinem Sohn lerne und am Sonntag im Gottesdienst singen werde heißt es:

„Eine kurze Zeit……dann sind wir vereint.“

hm

Lieb haben


Kindererziehung ist nicht leicht, das weiß ich, seitdem ich mein erstes habe. Ich wusste früher genau, wie ich meine Kinder erziehe, wusste genau was ich nicht machen werde, und stellte fest, dass es alles anders kommt, als man sich das vornimmt. Vieles habe ich in meiner Erziehung falsch gemacht, einiges würde ich im Nachhinein verändern. Aber eins, das würde ich genau so wieder tun. Erst letztens kam das Gespräch wieder darauf. Vlado und ich unterhalten uns über eins unserer Kinder, über Herausforderungen, und wie wir diese meistern können. „Was soll ich bloß tun?“, frage ich und Vlado gibt die einfachste aller Antworten: „Lieb haben sollst du ihn.“ Und das fällt mir soooo leicht. Und dann sitze ich mit einem unserer Söhne zusammen auf dem Bett und beginne mit meiner Moralpredigt: „Ich möchte, dass du eins weißt, egal was du machst………“ Er unterbricht mich: „Ja, ja……ich weiß eh was du sagen willst. Du hast mich ganz doll lieb, egal was ich mache, auch wenn du meckerst. Und das muss sein wegen meiner Erziehung und so.“

Kinder erziehen ist nicht leicht, lieb haben dafür umso mehr.

Und wenn sie das wissen, das reicht doch schon.

hm

Ein krankes Kind


 Ich bin dankbar, dass meine Kinder so selten krank sind. Vielleicht muss das auch so sein, denn ich kann es kaum ertragen. Seit Julians Tod lauert da eine Angst in mir, es kann immer wieder passieren. Nur unter großer Anstrengung kann ich das an Gott abgeben, kann ihn bitten, dass er mir diese Furcht nimmt.

Manuel kam am Samstag noch nach der Arbeit zum Stadtfest, leichenblass. „Mir ist total schlecht.“ Er blieb nicht lange und fuhr bald wieder nach Hause. Mitten in der Nacht kamen wir nach Hause, ich stehe an seinem Bett, er wird wach und sagt mir, dass er sich schon ganz früh hingelegt hat, dass ihm immer noch ganz schlecht ist.

Der Junge hat eine Magen-Darm-Grippe aber ich denke gleich an Schlimmeres. Und weil er so pflichtbewusst ist, schleppt er sich Sonntag sogar noch ins Hotel. Selbst gestern nahm er mir den Einkauf ab und fragte immer wieder, ob er etwas für mich tun kann. Dabei konnte er kaum gerade stehen. Heute ging gar nichts mehr und ich musste ihn krank melden. Ich kann mich nicht erinnern, dass Manuel jemals auch nur einen Tag in der Schule wegen Krankheit versäumt hat. Er weiß gar nicht so richtig was „krank sein“ bedeutet. Aber eins weiß er, und das hat er mir gestern auch gesagt:

„Mama, für dich ist es viel schlimmer, dass ich krank bin, als für mich. Du machst dir viel mehr Sorgen als es mir schlecht geht.“

Wie wahr.

hm

Ritual


Es ist jedes Jahr dasselbe. Ich wache morgens auf vom Tellergeklapper. Ich höre Gekicher und Gerede. Und dann muss ich warten. So lange, bis die Tür geöffnet wird und meine Lieblingsfamilie vor mir steht und ein Ständchen singt. Und ich schiele müde unter der Bettdecke hervor und grinse. Jedes Jahr werden sie einen Kopf größer und immer noch singen sie der Mama „Happy Birthday“. Immer noch wird der Tisch gedeckt, die Kerzen angezündet, die Geschenke aufgestellt. Alle stehen immer so früh auf, wie der erste zur Schule muss. Ein Ritual für jedes Geburtstagskind in unserer Familie. Und dann sind alle gespannt was ich zu IHREM Geschenk sage. Gefreut wird sich jedes Jahr, dieses Jahr war ich etwas sprachlos. „Seid ihr verrückt……..bringe ich nur noch raus.“ Und den ganzen Vormittag verbringe ich mit Manuel und Vlado und meinem Geschenk und habe heute Morgen sogar Muskelkater.

Kuchen brauchte ich nicht zu backen, es war genügend vom Stadtfest übrig. Manuel und Jonathan waren gestern auch oberhilfsbereit. Manuel fuhr einkaufen, obwohl es ihm ziemlich schlecht geht. Jonathan übernahm freiwillig den Abwasch. Beim Kaffeetisch Decken schaue ich zu ihm in die Küche und versuche ihn noch ein wenig zu motivieren:

Ich: Jonathan, das ist so nett von dir, was würde ich jetzt bloß ohne dich tun?

Er: Abwaschen.

hm

Déjà-vu


Jörg und ich sitzen etwas geschafft auf unserer Festzeltgarnitur. Seit ein paar Stunden schon sind wir am Kuchen Verkaufen, Latte Macchiato und Co. herstellen, Bedienen, Abräumen und Erzählen. Die ganze Gemeinde ist auf den Beinen, alle helfen mit. Gemeinsam mit unseren bedruckten T-Shirts stehen wir wie eine Eins vor unserer Gemeinde und beteiligen uns mit am bunten Treiben. „So ein schönes Stadtfest habe ich noch nie erlebt.“, Jörg grinst schon und mir kommt es vor wie ein Déjà-vu. „ Alles klar, ist auch unser erstes Stadtfest.“

Wir alle waren am Abend geschlaucht aber irgendwie auch glücklich. Es ist super schön gelaufen. Unser Stand wurde sehr gut besucht, es gab einige Interessenten, die sich unsere neuen Gemeinderäumlichkeiten anschauen wollten, es gab gute Gespräche. So eine Gemeindeveranstaltung schweißt immer wieder ein Stück zusammen, da waren wir uns alle einig.  Und ganz brav habe ich mir die zwei Stück Kuchen angerechnet.  Nur heute, da hab ich mir erlaubt meine Points zu überziehen.

hm

Renchener Stadtfest


Als ganz frisch eingetragener Verein war es für uns selbstverständlich, am diesjährigen Renchener Stadtfest teilzunehmen. In der vorbereitenden Planung, in denen wir aufteilten, wer was macht, kauft oder backt fasste ich zusammen: „Dieses Jahr lernen wir, was wir beim nächsten Stadtfest in zwei Jahren anders machen werden.“ So ganz viel zum Lernen hatten wir allerdings gar nicht. Gestern ging es los. Mit ganz viel Freude bauten wir unseren Stand mit professioneller Kaffemaschine einigen Donuts und gemütlichen Sitzgruppen auf. Mit so einem riesigen Andrang hätten wir allerdings nicht gerechnet. Und so war ich froh, gestern beim Einkauf vorsichtshalber eine Palette Milch mehr gekauft zu haben, die ist nämlich alle. Latte Macchiato, Cappuccino und Co. wird selbst am Abend noch gerne getrunken. Gleich geht’s weiter mit einem ökumenischen Gottesdienst, und dann werden wir hoffentlich die vielen, vielen Kuchen los, die bereits alle kühl stehen. Und ich hoffe, dass ich einen ganzen Tag lang widerstehen kann………..

hm

Was Bewegung bewegt


Diese Woche hatten wir es von Bewegung. Und wieder einmal kamen wir in allen Treffen zu der Erkenntnis, dass das Wichtigste an der Bewegung der Spaßfaktor ist. Es nützt nichts, wenn der Sport keinen Spaß macht, dann hält man ihn nicht lange aus. Weiß ich eigentlich, und leistete mir dennoch im Januar einen Crosstrainer. Obwohl ich eigentlich weiß, dass ich nicht für Geräte geschaffen bin. Schon immer haben die mich gelangweilt. Ein Jahresvertrag in einem Fitnesscenter vor mehr als 20 Jahren war rausgeschmissenes Geld. Den Crosstrainer habe ich höchstens 8 mal benutzt. Was ich mag:

Joggen,

Nordic Walking

Aerobic

Tanzen

Und dafür brauche ich kein Gerät. Ein paar Turnschuhe, ein nettes Outfit und Musik im Ohr, das reicht mir. Meistens laufe ich, manchmal hab ich allerdings keine Lust auf frische Luft, manchmal will ich auch zu Hause bleiben. Und dafür hab ich jetzt etwas Neues für mich entdeckt. Ich ziehe meine Sportklamotten an, und lege mir gute Musik ein, stell mich vor den Spiegel und tanze. Einfach so, nur für mich, in meinem Rhythmus, mit meinen Bewegungen, manchmal baue ich ein paar Aerobicübungen mit ein, und schaue immer auf die Pulsuhr. Eine halbe Stunde bewege ich mich in meiner optimalen Fettverbrennungsherzfrequenz, dann lasse ich das Ganze mit ein paar Muskelübungen mit einem Flexband ausklingen. Macht Spaß und ist super effektiv.

Und der Crosstrainer? Der stand nun einige Monate ungenutzt im Keller. Vor einer halben Stunde hat er den Besitzer gewechselt, eine meiner Teilnehmerinnen freut sich, ich mich auch.

hm