Archive für März 2009

Was ist wichtiger???


Ich will heute mit Joana, ihrer Freundin und dem kleinen Bruder in den Stadtgarten fahren. Es ist zwar bereits Frühling, die Sonne scheint, aber draußen ist es immer noch saukalt. Joana hat kurze Jeansshorts an mit Strumpfhosen. Eigentlich ok für das Wetter, wenn sie Stiefel anzieht.

Joana: Mama, ich ziehe meine rosa Halbschuhe an.

Ich: Nein Joana, du ziehst dir deine warmen Stiefel an.

Joana: Nö, mach ich nicht, Estella hat auch Schuhe an.

Ich: Das ist egal. DU ziehst dir Stiefel an.

Joana: Nein, ich will keine Stiefel anziehen, die blinken nicht mehr.

Ich, sehr diplomatisch, weil ich ahne, dass ich damit weiter komme: Ok Joana, mach doch was du willst. Du kannst dich entscheiden. Entweder du ziehst dir die warmen, sehr schönen und coolen Stiefel an, oder du frierst auf dem Spielplatz ganz erbärmlich und wirst weinen vor lauter Kälte.

Joana mit in den Hüften gestemmten Armen: MAMA, was ist wichtiger, dass es warm ist, oder dass man schön aussieht, hä? Natürlich, dass man schön aussieht.

Nicht einmal hat sie sich beschwert, gejammert oder sonst irgendeine Miene verzogen.

Ich sah nicht so schön aus, aber mir war warm.

hm

nach 22 Jahren Ehe


Mein Mann sitzt im Wohnzimmer an seinem Notebook. Ich in der Diele an meinem Notebook.

Plötzlich sehe ich aus den Augenwinkeln, dass er meinen blog liest. Ich setzte mich zu ihm: „Liest du meinen blog?“

Er: „Ja, das mach ich ab und zu mal, damit ich weiß, was so los ist bei dir.“

hm

Wo bleibt die Pointe?


Ich würde gerne mal wieder mit den Kinder Sing Star spielen. Das macht uns allen Spaß und ist schon zum Familienspiel geworden. Allerdings muss dafür unsere alte Playstation 2 aufgebaut werden.

Manuel: „So gut funktioniert sie nicht mehr, aber ich geb sie dir, du kannst sie anschließen und ausprobieren.“

Ich: „Kannst du mir die bitte anschließen, ich hab keine Ahnung wie das geht.“

Manuel: „Ne Mama, du bist 42 oder 43, keine Ahnung, du lebst schon ein paar Jahre länger als ich, dann wirst du sicherlich wohl noch ne Playstation anschließen können.

Ich: „Kann ich nicht, will ich auch nicht, das könntest du mir mal eben machen.“

Manuel: „Das gibt’s ja nicht, du machst so viele Sachen, und kennst dich nicht mit dem Fernseher aus.“

Vlado mischt sich in die Diskussion ein: „Das hat ja nichts mit Können zu tun. Mama ist ja ne Frau.“

Manuel: „Na und, was hat das damit zu tun?“

Vlado grinst und beendet die Unterhaltung.

Ich: „Macht ruhig weiter, für meinen blog reicht’s noch nicht, mir fehlt noch die Pointe.“

Vlado: „Sie ist nicht nur ne Frau sondern auch noch blond.“

Geht doch, hab  geahnt, dass da noch mehr kommt.

hm

Vormittag


Ich liebe Montagmorgen. Frisch erholt vom Wochenende, liegt die ganze jungfräuliche Woche mit all ihren Herausforderungen vor mir. Montag beginnt mein Wochenplan, alle zu erledigenden Aufgaben liegen noch frisch vor mir. Und morgens bin ich am leistungsfähigsten. Während ich abends doch gerne auch mal schwächel und meine Konzentration nachlässt, wachse ich nach 2 Tassen Kaffee morgens zu Hochleistungen über mich hinaus. Dann schreibe ich Bücher, Artikel, gehe laufen, erledige den Haushalt. Was ich morgens nicht schaffe, bleibt meistens liegen. Und irgendwie freue ich mich demnächst über einen Vormittag mehr in meiner Woche. Nur noch zweimal, leite ich Dienstagmorgen mein Weight Watchers Treffen in Oberkirch. Seit Sommer letzten Jahres spiele ich mit dem Gedanken das Treffen zu schließen, hab’s aber irgendwie nicht übers Herz gebracht. Seitdem ich für diese Firma arbeite, ist der Dienstag komplett für die Weight Watchers Treffen reserviert. Alle anderen Termine sind nach und nach dazu gekommen.

Dienstagmorgen zu Hause sein wird sicherlich eigenartig werden. Aber wie ich mich kenne, brauche ich mir keine Sorgen darüber zu machen, was ich mit meiner freien Zeit anfange. Irgendwie freu ich mich. Und meine Teilnehmer? Die kommen dann ins Abendtreffen, da gibt’s noch Platz.

hm

Verabschiedung


Eine Teilnehmerin bei der Sendung DSDS will dringend abnehmen. „Ich habe 18 Kilogramm zugenommen, in einem Jahr, die müssen wieder runter.“, gesteht sie, während sie vor laufender Kamera auf die Waage steigt. Ich hab dieses Frauenzimmer schon in mein Herz geschlossen, weil sie so authentisch ist, und so lustig, und weil sie so eine positive, lebensbejahende, mit ihren Umständen zufriedene Person ist. Nicht zu fassen, dass sie erst 16 Jahre alt sein soll. Und dann hab ich gestern doch tatsächlich fast unterm Sofa gelegen. In ihrem Einspieler geht es eben um den Gewichtsverlust. Sie muss trainieren, unterhält sich mit ihrem Coach, und das alles kommt schon sehr locker rüber. Aber dann zum Schluss, da geht sie ganz selbstbewusst in eine Konditorei. Die Bedienung steht vor ihr und fragt, was er für sie tun könne. „Ach.“, sagt die süße Vanessa Neigert. „Ich wollte mich nur noch mal verabschieden, aber vorher mal noch schauen, was sie alles so an Leckereien da haben.“ Und die Kamera zeigt die allerleckersten Torten, und das Wasser läuft einem im Mund zusammen. Vanessa kommt ins Bild und sagt: „Ach, ihr schaut alle ja so lecker aus, aber leider, muss ich jetzt abnehmen, deswegen wollt ich mal eben noch Tschüß sagen.“, dreht sich um und verlässt die Konditorei.

Das ist doch die Lösung. Die Tafel Schokolade liegt vor uns und wir sagen: „Ach, du siehst ja so lecker aus, aber leider muss ich jetzt abnehmen, deswegen verabschiede ich mich mal eben von dir.“

Ich finde für diese Idee hat sie einen Smiley verdient.

hm

Was du heute kannst besorgen….


Ich leide auch dran, an der Volkskrankheit Nr. 1: Aufschieberitis. Normalerweise arbeite ich gerne mit Plänen und Listen, manchmal lebe ich aber auch gerne in den Tag hinein. Und da ich nicht so gerne putze, muss ich immer die Gunst der Stunde meiner Befindlichkeit nutzen, wenn ich voller Elan bin. Dann nämlich fliegen zu Hause die Fetzen. Dann schaffe ich in 4 Stunden an einem Samstag mehr, als ich die ganze Woche erledigen könnte. Dann wirbel ich so durchs Haus, als wäre ich meine eigene Putzfrau. Das geht nun schon zwei Samstage hintereinander so. Muss auch, denn die nächsten drei Wochenenden bin ich beruflich unterwegs. Was dabei allerdings liegen bleibt: Schriftkram, in diesem Fall doch ziemlich wichtige Dinge. Den Newsletter wollte ich diese Woche eigentlich schon Samstag fertig haben, bis morgen muss ich ein paar Fragen für ein Interview beantwortet haben. Und am Samstag habe ich für meine Ausbildung zur Entspannungspädagogin praktische Prüfung. Das bedeutet, selbstständig mein Thema ausarbeiten, ein Skript herstellen und mich vorbereiten. Eigentlich wollte ich bis heute alles fertig haben. Blöderweise bin ich allerdings morgens am kreativsten. Da ich gleich erst einmal in den Gottesdienst gehe, bin ich gespannt, wann ich mich dazu herablasse, den Rest zu erledigen.

hm

Trauma


Unweigerlich werden wir alle mit dem schlimmen Amoklauf konfrontiert. Für den Moment entsteht blankes Entsetzen. Und dann fehlen uns eigentlich die Worte. Schon ein paarmal habe ich angesetzt, wollte meine Gedanken aufschreiben, jedesmal klang es hohl und leer.

Plötzlich ist sie da, diese unfassbare Situation, und als Angehöriger weiß man nicht, warum sich die Erde noch weiter dreht. Während für uns, die wir nur aus den Medien diese schrecklichen Ereignisse beobachten, nach einer Weile alles normal weiter läuft, bleibt für die Ehefrauen und Ehemänner, Mütter und Väter, die Schwestern und Brüder, die Omas und Opas, die Freunde, der Schmerz bestehen.

Im Radio wird eine Psychologin befragt. Es geht um zu verarbeitende Trauma. „Plötzlich verliert man jede Art von Sicherheit, der Boden wird einem unter den Füßen weggezogen, und das muss aufgearbeitet werden. Die Gefahr besteht, dass man in Angstzustände abrutscht oder sogar depressiv wird.“ Und ich weiß sofort was sie meint.

In einem völlig anderen Zusammenhang, es ging um Kommunikation in einer Beziehung, fragt mich gestern eine Freundin, ob ich mit meinem Mann gut reden könne. „Wenn wir eins so richtig gut können, dann ist es miteinander reden, und das tun wir ziemlich viel.“ Sie schaut mich an: „Alles klar, dann weiß ich jetzt, warum ihr damals, nach dem Tod eures Sohnes keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen habt. Ich habt euch gegenseitig therapiert.“

Auf dem Weg nach Hause denke ich nochmals über das Gespräch nach. Genau so war es. Wir haben geredet, geredet, geredet, mit einander geweint und gebetet. Und das hat uns irgendwie auch noch näher zusammengeführt. Und wir hatten unsere Beziehung zu Gott, der uns irgendwie durch die ganze Situation durch getragen hat.

Mein Gebet ist gerade, dass die Angehörigen der Geschehnisse dieser Woche, jemanden haben zum reden, und dass sie Gott finden, der sicherlich noch mehr trauert über das, was Menschen sich antun, aber der Trost spendet, für die, die zurück geblieben sind.

hm

Schlecksel und Guller


Seit fast 5 Jahren wohne ich nun hier in Oberkirch. Mittlerweile haben wir uns gut eingelebt, nette Leute kennen gelernt und uns sehr gerne an die immer ein paar Grad wärmeren Temperaturen, den Obstplantagen und Weinbergen gewöhnt. Und selbst der Dialekt ist nichts Fremdes mehr für uns. Fast jeden Badenser verstehe ich, wenn er nicht ganz extrem ins badische verfällt. Und stelle doch immer wieder fest, dass er Worte gibt, die ich auch heute, nach fast 5 Jahren noch nicht kenne.

„Wer von Ihnen isst denn täglich etwas Süßes?“, frage ich heute meine Teilnehmer. Frau B.: „Zählt Schlecksel auch dazu?“

Ich: „Schleck-was?“

Und bekomme unter Gelächter erklärt, dass es sich um Marmelade handelt.

Zehn Minuten später erklärt dann Frau G. dass ½ Guller ja auch schon 9 Points hat.

Ich: „Hä…..?“ Guller heißt unsere Sonntagszeitung!

“Guller heißt Hähnchen.”, meine Teilnehmer liegen vor Lachen fast unter ihren Stühlen und ich stehe mal wieder völlig unwissend da.  Na und ich wunder mich seit fast 5 Jahren, warum unsere Sonntagszeitung so einen blöden Namen hat. „Guller“, woher soll ne Norddeutsche sowas auch wissen??? Aber warum sie nun Hähnchen heißt versteh ich immer noch nicht.

hm

Teddybär, Teddybär dreh dich rum


Eigentlich wollte ich heute laufen gehen. Aber immer kam etwas dazwischen. Heute früh musste ich mit Manuel nach Offenburg, endlich den ersehnten Führerschein abholen. Und der Sohnemann durfte zurückfahren. Jetzt ist er so richtig erwachsen. Kaum zu Hause angekommen musste der Sharan aus der Werkstatt abgeholt werden, der nach einem Unfall vor zwei Wochen nun wieder super aussieht. Mittagessen, zur Post, der Süßmaus auch eine Kuscheldecke kaufen (weil meine soooo kuschelig ist, und sie sie immer haben will, und ich sie nicht mehr hergeben mag). Ein wenig Hausarbeit und dann geh ich irgendwie auch nicht mehr laufen. Schon gar nicht, wenn ich dann die Kleine alleine zu Hause lassen muss. Also hab ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

„Komm Joana, wir springen Seil.“ Ein Ende haben wir an ihren Puppenwagen gebunden, und dann durfte mal sie und mal ich rein springen. Und irgendwann kamen Jonathan und Steven von einem Stadtbummel nach Hause. Und die mussten dann gleich mitmachen.

„Kennt ihr das? Wir haben es als Kinder immer gespielt.“ Und wie in früheren Zeiten schwangen zwei das Springseil und einer durfte springen.

Teddybär, Teddybär, dreh dich rum

Teddybär, Teddybär mach dich krum

Teddybär, Teddybär bau ein Haus.

Teddybär, Teddybär spring heraus.

Und ich weiß nicht so genau was mehr Kalorien verbraucht hat. Das Springen oder das Lachen.

hm

Mini


Während einer Werbepause komme ich ins Schwärmen. Ich bin normalerweise nicht so sehr für Autos zu begeistern. Solange es mich von A nach B bringt reicht mir das. Natürlich genieße ich den Luxus, dass unser Sharan Servolenkung hat, aber auch unser alter Polo ohne diese Zusatzausstattung reicht mir. Ein Auto ist für mich reiner Gebrauchsgegenstand, ähnlich wie eine Küchenmaschine. Praktisch muss es sein, nicht schön. Allerdings gibt es da ein Modell, da werde ich doch ein wenig schwach. Mein Bruder besitzt so ein süßes, kleines Etwas. Und hätte ich so einen, ich würde ihn sicherlich auch öfters saugen und durch die Waschanlage fahren.

Da fährt eben auf unserem Bildschirm dieser süße Mini Cooper Cabrio in gelb, und ich seufze.

Zu meinem Mann gewandt: „Also wenn ich mal so richtig viel Geld habe, dann würde ich gerne so ein Auto fahren.“

Pause

Ich: „Kaufst du mir dann so einen?“

Vlado: „Klar, wenn du mal so richtig viel Geld hast, dann kauf ich dir den.“

hm