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12.12.2008 von hm.
Manuel kann es kaum noch erwarten. In 8 Tagen wird er 18. Und ich werde Mutter eines erwachsenn Sohnes. Die Tage vergehen für ihn in Achtlosigkeit. Er redet, träumt, denkt und plant für die Feier. Gestern haben wir das Buffet besprochen. Er war stark beeindruckt, was ich ihm alles vorgeschlagen habe. “Mama, das schaffst du auf keinen Fall alles alleine, dafür brauchst du Hilfe.” Brauche ich nicht, das gehört zum Muttersein dazu.
Seinen Blick auf ein besonderes Ereignis, oder voll und ganz auf sein Ziel gerichtet zu haben bedeutet oft, am eigentlichen Leben vorbeizuleben. Wenn wir immer nur das Ergebnis im Visier haben, dann verlieren wir unsere Achtsamkeit im eigentlichen Jetzt. Die Menschen rennen, um alle Weihnachtsgeschenke zu kaufen, der Stadtbummel wird zum Marathon. Nehmen wir den Tag, die Stunden die Minuten überhaupt noch wahr? Oder sitzt uns immer schon der nächste Termin im Nacken? Sind es nicht die kleinen Augenblicke, die uns das Leben bereichern?
Zu den kleinen Freuden des Lebens gehören fast unspektakuläre Ereignisse.
Fast die schönsten Sekunden verbringe ich morgens, wenn ich mein Töchterchen wecke, sie auf den Arm nehme und sie zu ihrem Stuhl trage. Dieser winzige Augenblick, in dem sie sich in meinen Arm kuschelt, fast in mich eintaucht, und indem ich so viel Liebe und Dankbarkeit für sie empfinde.
Wenn Manuel nach Hause kommt und erst mal “reden” will. Oft habe ich scheinbar so viele andere Dinge zu erledigen. Ich muss mich förmlich dazu zwingen, alles liegenzulassen und meine Aufmerksamkeit ihm zu schenken.
Wenn Jonathan mit seinen 14 Jahren und 1,77 m schlacksig seine Mutter umarmt, weil er hin und wieder ein paar Streicheleinheiten braucht.
Wenn Steven mich anlächelt und mir versichert: “Mama, ich hab dich lieb.”
Wenn mein Mann mir zu verstehen gibt, dass es ihm nicht schwer fällt mich zu lieben, und dass er froh ist, dass wir verheiratet sind.
Und ich freu mich sogar morgens an solchen Banalitäten wie einer heißen Tasse Kaffee, die ich genieße.
Ja, Weihnachten steht vor der Tür, und Manuels Geburtstag, mein Vater kommt zu Besuch, und die Ferien stehen bevor. Alles schöne und große Ereignisse. Dennoch möchte ich auch jeden einzelnen Tag vorher genießen, sei er auch noch so unscheinbar. Ich möchte nichts “hinter mich bringen” weil die Aufgabe scheinbar so mühevoll ist, sondern auch die unliebsamen Aufgaben bewusst wahrnehmen und den Moment genießen.
hm
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