Kann ich dir helfen???

Es war schon irgendwie ganz schön aufregend, mein erster Tag in den neuen Treffen. Mit etwas klopfendem Herzen habe ich mich mit einer schönen Power-Point-Präsentation meinen neuen Teilnehmern vorgestellt und auch etwas über sie erfahren. Sehr gefreut habe ich mich über das positive Feedback, das ich von einigen bekam, so fällt ein Start schon leicht. Und ich freue mich so richtig auf die neue Herausforderung. Nun muss ich erst einmal gut 80 Namen auswendig lernen. Das Leiten der Treffen war die eine Seite, das Aufräumen hinterher die andere. Da ich abends noch keine Mitarbeiterin, und auch durch die Vorstellung das Treffen etwas überzogen habe, ist es dann doch ganz schön spät geworden. Und dann stand ich da mutterseelenalleine, mit dem riesigen Berg voller Produkte, und den Stühlen und Tischen, die noch zurecht gerückt werden mussten. Stück für Stück hab ich dann alles versorgt und auf dem Weg nach Hause, dann so richtig gemerkt, wie geschafft ich war. Es ist ziemlich spät geworden, ich malte mir innerlich schon aus, wie mitfühlend mein Mann mich erwarten würde mit den Worten: “Ach du armer Schatz, jetzt kommst du erst nach Hause.”. Pustekuchen - kaum in die Einfahrt gefahren sah ich, dass mein Mann gar nicht zu Hause war. “Der Papa ist noch in der Gemeinde am Renovieren.” Und so war ich es, die dann sagte: “Ach du armer Schatz, jetzt kommst du erst nach Hause.”

Heute Mittag hatten wir Besuch vom Jugendamt. Einmal im Jahr müssen sie einen Hilfeplan für Steven erstellen. Ist immer ganz nett, da alles rund läuft und Steven wirklich ein ordentlicher Junge ist. Trotzdem, Jugendamt ist Jugendamt, da putzt man vorher das Haus. Konnte ich nicht, da ich von Dienstag bis Donnerstag arbeiten war. Heute morgen war die Abrechnung dran, Geld einzahlen. So kam ich mittags ganz schön ins Schwitzen. Vlado in der Mittagspause kurz zu Hause, bemerkte meine Hektik und fragte doch tatsächlich: “Kann ich dir irgendetwas helfen?”

“Ja gerne, du könntest entweder saugen und wischen oder das Bad putzen.” Er schaut  mich an: “Kannst du nicht wie jeder höfliche Mensch sagen: Nein danke.”

Mein Mann putzt viel ordentlicher, wenn er mal putzt. Ich hätte sicherlich nur gesaugt, aber wenn er schon fragt, dann muss ich das wohl doch mal ausnutzen.

Später fragt er dann: “Sag mal, der ganze Aufriss wegen dem Jugendamt?” Ich: “Nö, aber das musste eh gemacht werden, also brauch ich morgen nicht mehr putzen.”

hm

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