Archive für Oktober 2008

sichere Aktie

Manuel, Vlado und ich unterhielten uns vorgestern über die Finanzkrise und die fallenden Aktien. Was passiert gerade an der Börse, und warum? Vlado, der immer zu allem etwas zu sagen weiß erklärt die Zusammenhänge, daraufhin Manuel: “Ich kenne eine Aktie, die ist immer stabil, darauf kann man sich 100% verlassen, damit erzielt man nur Gewinne!” Vlado und ich grinsen schon weil wir wissen was kommt.

Und heute lese ich es tatsächlich nochmals schwarz auf weiß:

Macht euch keine Gedanken über eure Nahrung - was ihr essen oder trinken sollt. Macht euch keine Gedanken darüber, ob Gott euch damit versorgen wird. Diese Dinge beherrschen das Denken der meisten Menschen, doch euer Vater weiß, was ihr braucht. Er wird euch jeden Tag alles Nötige geben, wenn das Reich Gottes für euch das Wichtigste ist. Hab also keine Angst, kleine Herde. Denn es macht eurem Vater große Freude, euch das Reich Gottes zu schenken. Verkauft, was ihr habt, und gebt es den Bedürftigen. Auf diese Weise sammelt ihr euch Schätze im Himmel!

Und die Geldbörsen des Himmels haben keine Löcher. Dort ist euer Schatz sicher - kein Dieb kann ihn stehlen und keine Motte ihn zerfressen. Wo immer euer Reichtum ist, da wird auch euer Herz sein.

Steht in Lukas 12, 29 - 34

Kluger Sohn

hm

Auch ne Möglichkeit

Was tun, wenn einem das “im Programm bleiben” mal nicht so leicht fällt? Wie verhalten wir uns, wenn am Abend die Points schon alle aufgebraucht sind, und man trotzdem noch Hunger oder Appetit hat? Ich stehe vor meinen Teilnehmern im Weight Watchers Treffen und stelle genau diese Frage: “Was machen Sie? Ihre Points für diesen Tag sind alle aufgebraucht, aber sie haben noch Hunger.” In der vorletzen Reihe sitzt ein junger Mann, meldet sich und sagt grinsend: “Ich warte bis Mitternacht.”

hm

gelohnt

Manchmal werden wir für unsere Arbeit,  die Mühe,  den Stress, den Aufwand entschädigt. Letzte Woche stand die Herausforderung wie ein Berg vor mir. Ich musste mir überlegen, was für Bilder ins Buch sollen. Wie will ich mich präsentieren? Was für Ideen fallen mir ein? Keine Wiederholung zu “Lebe leichter”, was passt zum Inhalt des neuen Buches? Völlig überfordert fühlte ich mich mit der Überlegung des Titels. In stundenlanger Kleinarbeit habe ich mir Szenen überlegt, mit Klaus, dem Fotographen und meinem Mann Ideen gesammelt. Und gestern kam die Belohnung. Während ich letzte Woche noch gerne einen Rückzieher gemacht hätte, war ich gestern nur noch froh, dass ich das durchgezogen habe. Die Fotos sind so schön geworden, ich freu mich, auf das neue Buch. Und falls es keiner liest, lohnt es sich allemal die Fotos anzuschauen

hm

Erziehung

Nachdem Joana ziemlich enttäuscht war, dass ihre Freundin heute trotz Verabredung nicht kam, wollte ich sie mit einem gemeinsamen Spielenachmittag aufheitern. Manuel hat mitgespielt. Mit großem Eifer saßen meine beiden Kinder vor dem Kartenstapel um als erstes die richtige Karte zu finden. Ich musste etwas schmunzeln und ließ doch das eine oder andere mal Joana gewinnen. Manuel schaut mich ziemlich entrüstet an: “Mamaaaaaaaaa, was machst du denn da?” Ich zwinkere ihm zu um ihm zu signalisieren, dass Joana das nicht merken sollte. “Habt ihr das bei mir etwa auch gemacht?”, fragte er ungläubig. An meinem Grinsen konnte er die Antwort ablesen. “Was meinst du was es für ein Theater gab, wenn du nicht gewonnen hast.” “Mama, ihr hättet mich verlieren lassen sollen, so etwas nennt man Erziehung.” “Ja ja, wir sprechen uns wieder wenn du Kinder hast.”, denke ich und lasse Joana weiter gewinnen.

hm

Nichts zu machen

Allen Warnungen entgegen sind Vlado, Joana und ich gestern zum verkaufsoffenen Sonntag nach Offenburg gefahren. Es war wie erwartet: megavoll. Dennoch ließen wir es uns gut gehen. Ganz entspannt durch die City zu bummeln, das macht uns Spaß, haben wir schon gemacht, bevor wir verheiratet waren. Nur Joana war die ganze Zeit am Stöhnen, sie könne nicht mehr, ihre Füße tun weh. “Joana, da musst du durch, Füße tun einer Frau nicht weh beim Shoppen, die ignorieren wir.” Und sie ist nicht schlecht weg gekommen. Während mein Mann und ich zurückhaltend waren, wurde Prinzesschen von uns eingekleidet. Hose, T-Shirt, Strickjacke und ein paar Stiefel. Das brauchte sie. Im Schuhgeschäft dann das Drama. Ich hatte Joana zwei paar sehr schnuckelige Stiefel ausgesucht, entsprachen preislich und optisch meinen Vorstellungen. Dann leider, hatte ich ein paar in der Hand, die eher meinem Geschmack entsprechen, aber nicht wirklich etwas für eine 7-jährige sind. Hohe Stiefel mit etwas Absatz, ich bin der Meinung damit kann sie noch gute 10 Jahre warten. Aber Madame wollte nur noch die. “Joana, die sind nicht aus Leder, Joana, die haben einen Absatz, Joana, die sehen schon zu erwachsen aus.” Eben, deswegen wollte sie sie. Ich ließ sie mehrmals in den von mir ausgewählten Stiefeln hin und her laufen, ihr Kommentar: “Die kann ich nicht nehmen, die drücken.” Interessanterweise drückten ihr Lieblingspaar nicht. Ich war verzweifelt, Vlado grinste, und ich bezahlte sie dann doch.

Heute morgen gab es keine Diskussion beim Wecken: “Joana, guten Morgen, aufstehen, du darfst deine neuen Klamotten anziehen, auch die Stiefel.” Kaum ausgesprochen stand die Süßmaus schon auf und zog sich an. Konnte sie gerade noch davon abhalten, sich mit den Stiefeln an den Frühstückstisch zu setzen.

Diesen Winter müssen wir da durch, nächstes Jahr setz ich mich durch.

hm

Leben mit allen Sinnen

Er steht fest, der Buchtitel meines neuen Buches, das war eine lange Geburt, bis Verlag und ich uns entgültig darauf geeinigt haben.

Leben mit allen Sinnen

befreit handeln - entspannt genießen

Gestern war einer der aufregendsten Tage meines Lebens. Ist ja nicht so alltäglich als Mutter und Hausfrau den ganzen Tag wie ein Modell vor der Kamera zu stehen. Vorher von der Visagistin geschminkt und mit einem Koffer voller Klamotten sind wir von einem Standort zum nächsten gezogen. Um 19.00 Uhr war das letzte Bild im Kasten und mir sind bergeweise Steine vom Herzen gefallen. Es ist tatsächlich geschafft. Krönender Abschluss war dann eine Geburtstagseinladung am Abend, an dem auch Klaus, der Fotograf eingeladen war. In netter, lustiger Runde ging so ein Tag voller Eindrücke zu Ende.

Das, was vor zwei Wochen noch wie ein riesiger Berg aussah, ist höchstens noch ein kleiner Hügel. Das ist das Schöne an den Herausforderungen. Wenn sie geschafft sind, wenn sie hinter uns liegen, dann überkommt einen das Gefühl der Erreichbarkeit.

hm

weil ich es nötig hatte

Heute war es soweit:

Treffen in Mannheim mit meiner Lektorin. Das Buch ist fast fertig, nur noch ein paar Kleinigkeiten sind zu erledigen und mir fällt ein mittelschwerer Brocken vom Herzen. In zwei Wochen müsste ich das geschafft haben. Nachmittags hatte ich einen Termin mit dem Fotografen, wir sind alle Plätze abgefahren weil morgen die Aufnahmen fürs Buch gemacht werden. Alles sehr stressig aber auch aufregend. Um 9.00 Uhr kommt die Visagistin und dann wird den ganzen Tag fotografiert. Irgendwie freu ich mich. Freu mich aber genau so wenn alles vorbei ist und die Ruhe wieder eingekehrt ist. In dem Buch geht es viel um Entspannung und zur Ruhe kommen und ich werde es jemandem widmen. Liest man ja oft, dass Autoren ihre Bücher irgendjemandem widmen. Da steht dann drauf:

Für Joe, weil er immer für mich da war

oder

Für Susan, die mir meine Inspiration zum Leben gab

Ich schreibe:

Für mich, weil ich es nötig hatte

hm

Keine Spielzeuge

Manuel erzählt mir gestern ganz zerknirrscht, dass ihm in der Schule ein Mörser zerbrochen ist, und wir den erstatten müssen. Na ja, kann ja jedem passieren denke ich, und tröste ihn fast ein wenig. Im Auto dann diskutieren wir nochmals über den Vorfall. Manuel sucht einen Grund, warum das passiert ist. “Ist das jetzt der Teufel, der mir eins Auswischen will, oder war das Gott, weil er mir was sagen will?”, er anlaysiert das Geschehene und kann es nicht begreifen.

“Manchmal passieren solche Sachen einfach, ich würde nicht immer einen Grund dahinter vermuten.”, gebe ich als einfache Antwort.

“Nein Mama, solche Dinge können nicht passieren, ich bete jeden Morgen, dass Gott mich bewahrt, dass nichts passiert, also muss es einen Grund haben, dass Gott das zulässt.”

“Wir werden in unserem Glauben immer wieder auf die Probe gestellt, der Teufel ist listig, er fragt ja immer - sollte Gott gesagt haben - , er versucht immer Gott in Frage zu stellen.”

Die Diskussion ging noch eine ganze Weile und er sagt plötzlich: “Na ja, war irgendwie doch eine Gebetserhörung. Ich hab gebetet, dass du nicht meckerst.” “Oder Gott wollte dich wissen lassen, dass du so tolle Eltern hast, die sich über solche Banalitäten nicht aufregen.”, gebe ich etwas selbstgerecht zurück und schmunzele. Daraufhin schaut mich mein großer, fast 18-jähriger Sohn an, und erklärt mir mit etwas trockener Kehle: “Mama, du glaubst es vielleicht nicht, aber jeden Abend, wirklich jeden Abend, danke ich Gott dafür, dass ich in diese Familie geboren wurde.” Na da muss man als Mutter doch heulen. Ich erkläre ihm dann, dass Mütter sich immer irgendwie auch Vorwürfe machen, sie hätten so viel versäumt und nicht richtig gemacht, dass das auch etwas ist, was der Teufel gerade einer Mutter immer wieder versucht einzureden. Manuel schaut mich völlig ungläubig an: “Echt, so was denkst du? Wie kommst du denn da drauf. Mama, wir sind doch keine Spielzeuge, die ihr in eine bestimmte Position verbiegen könnt, wir haben einen eigenen Willen, und wir machen Dinge weil wir das so entscheiden, da könnt ihr doch nichts dafür. Du bist eine gute Mutter!” Jetzt heule ich noch mehr.

hm

Eine Sache der Betrachtung

Sitze gestern beim Friseur und erzähle meiner Freundin (die mir nebenbei die Haare schneidet), dass es mir so schwer gefallen war, mich am Wochenende von den Kids zu verabschieden. Zwei Tage weg ist eben doch etwas länger als nur ein Vormittag. Und wie sehr ich mich gefreut habe, als mir bei meiner Rückkehr nicht nur die Kleine um den Hals geflogen ist, und mich gar nicht wieder losließ, sondern dass auch die Jungs sich super gefreut, und sich eingekuschelt haben

“Siehst du.”, sagt sie. Wärst du nicht weg, hätten sie das auch nicht gemacht. Dann würdest du nicht so dicke Umarmungen bekommen. Tja, da ist wohl etwas dran. Alles also eine Sache der Betrachtung.

Trotzdem bricht mir schon jetzt wieder mein halbes Herz, wenn ich daran denke, dass ich Ende Oktober auf den Dünenhof fahre um mit Beate ein “Lebe leichter” Wochenende zu halten. Ich freu mich natürlich, vor allen Dingen auch auf Beate, und auf zwei Tage Wellness, denn der Dünenhof ist ja bekannt, für seine super schönen Tagungen. Aber dennoch fällt mir der Abschied von zu Hause schwer.

Es sind noch Plätze frei, und vielleicht treffen wir doch noch die ein oder andere Blog-Leserin.

hm

kennengelernt

Ein Wochenende voll vieler Eindrücke liegt hinter mir. Trotz schlechter Wettervorhersage durfte ich bei schönstem Oktoberwetter über den Dächern von Würzburg einen Nordic Walking Kurs geben. Die 5-stündige Autofahrt durch mindestens 8 Staus am Donnerstagabend waren schnell in Vergessenheit geraten als ich bei meinen lieben Gastgebern empfangen wurde. Mit liebevoller Vorbereitung und Planung bis ins letzte Detail begann der Frauentag am Samstag. Ich bin dann immer sehr überwältigt, wie sehr die verschiedenen Talente bei so einer Veranstaltung zu Tage kommen. Gott ist schon ein Genie, Frauen mit so vielen verschiedenen Fähigkeiten auszustatten. Aber noch genialer empfinde ich dann, wenn diese Frauen ihre Gaben auch genau dort einsetzen, wo sie gebraucht werden. Aber Beate ging es wohl genau wie mir.

Sehr berührt hat mich dann, dass ich einige “Blog-Leserinnen” persönlich kennenlernen durfte. Einige sprachen mich an, dass sie Beates und meinen blog regelmäßig lesen, dass sie immer sehr ermutigt sind, dass es ihnen gut tut zu lesen, dass wir auch mit den normalen Herausforderungen zu kämpfen haben. Ich sehe in meinem Control-Center, dass mehrere hundert Leser jeden Tag auf die Seiten gehen, aber dann persönliches Feedback zu bekommen tat einfach nur gut. Und so drück ich jetzt mal alle lieben Frauen, die ich Samstag persönlich sprechen durfte.

Heute haben wir ein absolutes Highlight gefeiert. Mit unserer kleinen Hausgemeinde (na so klein sind wir schon gar nicht mehr) haben wir heute das erste mal Gottesdienst in unseren neuen Gemeinderäumlichkeiten gefeiert. Das war nur schön. Natürlich konnten wir uns nach dem Gottesdienst nicht einfach so trennen, und so gab es noch ein gemeinsames Essen. Und ab sofort laden wir jeden Sonntag Gäste, Freunde und Bekannte ein

Zu Hause dann hatte ich allerdings trotz Sonntag irgendwie das Bedrüfnis nach ein wenig Ordnung. Die schwindet leider immer völlig dahin, wenn die Mutter unterwegs ist, allerdings sah es vor meiner Abreise auch nicht viel besser aus. Man muss halt manchmal Prioritäten setzen. Zu meinem Mann meinte ich dann gestern beiläufig: “Hier siehts aus wie im Chaos.” Daraufhin gab er nur zurück: “Macht ja nix, morgen kommt die Gemeinde ja nicht.” Ich entschied mich besser dafür das witzig zu finden. Aber gerade eben höre ich meinen Mann sagen: “Oh, es sieht ja hier so schön aus, so weihnachtlich.”

Liegt wohl an der Tülltischdecke, auf der ein riesiger Blumenstrauß mit meinen Lieblingsblumen (Gerbera und Rosen) steht. Hat eine Freundin vorbeigebracht. Oder vielleicht auch an den Kerzen die leuchten. Oder einfach nur an der Ordnung, die ich geschaffen habe. Ausnahmsweise mal an einem Sonntag.

hm