Archive für 30.9.2008

Pause

Bei meiner Terminplanung achte ich darauf, dass ich möglichst nicht den ganzen Monat, die ganze Woche, den ganzen Tag verplane. 2/3 Regel ist meine Devise, ganz so, wie Beate es in unserem Buch vorschlägt. So könnte es gehen, so wäre es entspannend. Dennoch schleicht sich auch in meinen Terminplaner Unvorhergesehens ein, gerade viel zu viel für meinen Geschmack. Das sind die Zeiten in denen ich das Leben nicht mehr genieße und werde ungenießbar. Dann müsste ich innehalten, “Stopp” sagen, alles fallen lassen, und erst einmal durchatmen. Dann müsste ich sortieren, selektieren, delegieren und die Segel neu ausrichten. Meistens stoppe ich nicht, meistens renne ich weiter. Und mitten im Rennen, beim Herzrasen, in der Lieblosigkeit mir selbst gegenüber, während der Hektik öffne ich heute den Briefkasten und nehme ein Päckchen einer Freundin heraus.

Von ihr bekomme ich immer besondere Post. Ihre Briefe trage ich nie bis ins Haus. Wenn ich ihren Absender lese, reiße ich immer noch im Gehen den Umschlag auf. Und fast läuft mir eine Träne die Wangen herunter als ich den Brief lese, die Tasche auf der steht: “Mach mal wieder Pause” und aus der Siestamusik erklingt. Ich lächele als ich die Augenmaske in den Händen halte und die “Light-BonBons” lutsche. Und ich lasse sofort alles Stehen und Liegen. Das was ich mir noch schnell vorgenommen hatte musste warten. 15 Minuten, die gehörten heute nur mir, mit Augenmaske im Gesicht, einem wärmenden Kirschkernkissen auf dem Bauch und guten Gedanken im Kopf.

Und welch Wunder, weder die Arbeit oder die Herausforderungen sind weniger geworden, aber die Einstellung. Egal aus welcher Richtung der Wind kommt, es liegt an uns, wie wir die Segel setzen. Für heute hab ich die Segel eingezogen und liege ruhig im Hafen.

hm

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