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9.6.2008 von hm.
An manchen Tagen ist gar nicht so viel passiert, und dann muss ich immer schon stark überlegen, was ich so in meinen blog schreibe. Und dann wieder passiert so viel in so kurzer Zeit, ich finde keine Zeit zum Schreiben, oder hab einfach keine Lust, und dann weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll.
Die Aufnahmen für die Sendung Club 700 liefen rund. Ein sehr nettes Ehepaar filmte uns professionell durch den Tag, und ich weiß jetzt, wie Berichte entstehen. Da wird am Ende so viel weggeschnitten, Szenen nachgestellt, damit es für den Zuschauer interessant, emotional und kurzweilig wird. Sehr schön wie sich unser Horizont durch solche Erlebnisse immer wieder erweitert. Wir haben gelacht und geweint, aber eigentlich viel mehr gelacht. Und lustig wäre es, wenn die Outtakes nach dem Bericht gezeigt würden. Aber das wird wohl nicht passieren, da es ja ein trauriger Bericht ist, und die Outtake- Szenen nur zum Wegschmeißen sind.
Überhaupt habe ich an diesem Wochenende Endorphine ohne Ende produziert, sei es durch die Bewegung, das viele Lachen oder den Schokoladenkuchen.
Ein super, nettes, lustiges Nordic- Walking- Wochenende liegt hinter mir. Es ist immer wieder spannend neue Frauen kennenzulernen. Ich liebe diese Kurse schon alleine wegen der vielen Komplimente, die ich bekomme. Müsste ich mir irgendwie doch alle immer mal aufschreiben, und wenn es mir an Selbstwert mangelt, dann hole ich meine Liste raus und bau mich auf.
Aber die Frauen haben mich auch von meiner anderen Seite kennen gelernt. Nachdem wir mittags im Hotel gegessen hatten, schlug ich vor, einen Latte Macchiato in unserem Teeladen zu genießen. Zwei Gedanken hatte ich dabei. 1. konnte ich die Frauen alle einladen, der Kaffee im Hotel kostet ja etwas, außerdem fand im Hotel eine Hochzeit statt, und ich glaube, die waren froh, dass sie uns zum Kaffee nicht auch noch bedienen mussten. Also, wir mit zwei Autos nach Oberkirch, in den Teeladen und ich hab mich innerlich schon gefragt, wie ich in dem kurzen Zeitrahmen 9 Latte Macchiato herstellen soll. Da wir so eine ganz besondere Milchschaummaschine besitzen dauert das schon immer eine Weile. Aber auf meine Frage, ob nicht vielleicht jemand Cappuccino möchte (der ja nur die Hälfte an Milchschaum braucht) waren sich alle einig: „Wir wollen Latte Macchiato.“
Versprochen ist Versprochen, also holte ich die 9 Gläser heraus und begann mein Werk. Zwischendrin verirrten sich zwei Touristen bei uns, bestellten noch 2 Tee, sie dachten wir haben geöffnet. Und als der Milchschäumer beim dritten Latte versagte brach dann innerlich meine Panik aus. Äußerlich kaum merkbar fange ich dann an mich anzuspannen und bin alles andere als leicht. Im Spagat zwischen der „ich habe alles im Griff und bin völlig entspannt“- Haltung und der aufkommenden Panik versuche ich mir natürlich nichts anmerken zu lassen. Aber ich kann mich eben nicht verstellen. Man merkt es an meiner Körperspannung und an meinen Augen. Da kann ich noch so nett lächeln, alles nur geheuchelt.
Als dann aber alle ihren weltbesten Latte-Macchiato mit Milchschaum wie Sahne (und trotzdem nur 1,5 % Fett) in den Händen hielten und auch die Touristen mit Tee versorgt waren, setzte ich mich dazu und konnte entspannen.
Die Touristen gingen, bezahlten und gaben mir ein sehr großzügiges Trinkgeld. Meine Damen bekamen das mit und ich musste lächelnd erklären, dass ich das liebe, und ja noch gar nicht so lange kenne. Diesen Satz: „Stimmt so.“ Kennt man aus der Gastronomie, vom Friseur, aber ich kenn das eben noch nicht so lange. Und ich freu mich immer total, wenn das ja auch immer nur Kleckerbeträge sind, aber diese Geste: „Stimmt so.“ – das ist ja jedesmal ein Geschenk.
Sehr viel später, nämlich am nächsten Tag sitzen wir gemütlich auf der Terrasse von Schloss Staufenberg und eine der NW-Teilnehmerinnen schmeißt mir ein Paar Socken mit klingeldem Inhalt vor die Nase: „ Stimmt so.“ Wie nett, alle hatten zusammengelegt, was für eine Idee für ein Abschiedsgeschenk.
Als Ausgleich dafür, dass ich von Freitag bis gestern Abend so beschäftigt war hab ich dann meine süßen Kinder zu MC Donald eingeladen. Den Hamburger konnte ich mir verkneifen, da ich auf dem Schloss schon gefühlte 50 deftige Points gegessen habe. Aber für einen Nachtisch bin ich immer zu haben. Und ich habe in meinem Leben noch nie so einen leckeren Schokoladenkuchen gesehen, der so Points-reich aussah wie bei MC Café. „Nach dem Wochenende kommt es jetzt auch nicht mehr drauf an.“ Das ist so mein typischer Spruch, den sollte ich mir eigentlich abgewöhnen, aber gestern, da hab ich ihn doch noch mal ausgesprochen. Und der Kuchen war soooooooooooo lecker.
hm
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