Archive für 6.6.2008

Milchschnitte

Wie gesegnet kann eine Frau an einem Tag denn eigentlich sein? Im Kopf für gestern hatte ich: Das Notebook bleibt aus, I-Pod ins Ohr, und dann wird das Haus geputzt. Und was passiert?  Ich schlafe viel zu lange, da donnerstags Vlado mit den Kindern aufsteht. Dann bekomme ich einen Anruf: „Heike möchtet ihr Erdbeeren? Die musst du aber abholen.“ Natürlich hole ich sie ab, und bin eine Stunde unterwegs, da ich gleich noch ein paar Zutaten für das Mittagessen besorge. Zwischenzeitlich ist es 10.00 Uhr und ich lege los. Eigentlich mehr per Zufall aus den Augenwinkeln hab ich sie dann gesehen. Hören konnte ich sie nicht, meine Musik im Ohr war zu laut. Da steht eine Freundin der Gemeinde vor meiner Haustür und meint: „Hey, ich hab ne Stunde Zeit und wollte dir beim Putzen helfen.“ Krempelt ihre Ärmel hoch und hat den Staublappen schon in der Hand. Ich bin sprachlos. Sie bleibt genau eine Stunde, die Stunde, in der ich Erdbeeren holen war. Dafür darf ich ihr wenigstens ein paar rote Früchte mitgeben. Und während des Saubermachens stelle ich fest, so schlimm ist es gar nicht, und den Anspruch von Perfektion habe ich eh nicht. Sogar den Wocheneinkauf konnte ich abends noch erledigen, allerdings habe ich im Gegensatz zu Beate einen erheblichen Vorteil. Ich kaufe meist nachmittags ein, weil ich weiß, dann sind die Jungs im Haus. Und während ich früher nach getätigtem Einkauf einmal durchs Haus rief: „Kinder, Auto ausräumen.“, fragen sie mittlerweile schon von alleine. Allerdings packe ich meist das Auto auch so, das nichts mehr sortiert werden muss. Drei Körbe, einer kommt in die Speisekammer, einer mit Obst und Gemüse in die Küche, und einer ist für den Kühlschrank bestimmt. So macht das Einräumen nicht so viel Arbeit und ich bin ganz schön entlastet. Und die Kinder wissen, für sie springt immer etwas raus, und wenn es nur die Kindermilchschnitte ist.

Nachdem wir uns gestern alle den Bauch mit Erdbeeren vollgeschlagen haben, wartet der Rest heute darauf zu Marmelade verarbeitet zu werden. Oh wie froh bin ich, dass ich einen Thermomix habe.

Gleich kommt das Fernsehteam, und ich weiß eigentlich so gar nicht, wie das wird, zuerst ein Interview  und dann ein wenig Familienleben.

Joggen war ich schon, Zeit zum Blog-Schreiben hatte ich auch, irgendwie erschreckend entspannend, was ist bloß los?

 

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