Ich bin für Emotionen geschaffen. Ich brauche einen Film oder eine ergreifende Situation nicht einmal im Fernsehen zu sehen. Es reicht oft schon, wenn Vlado oder Manuel mir davon erzählt. Dann ist mir das immer super peinlich, wenn mir die Tränen über das Gesicht rollen. Vorgestern hab ich nur die 5 Minuten vom Schluss eines Spielfilms angeschaut und war am heulen. Vielleicht habe ich deswegen seit zwei Jahren so eine Vorliebe für die Casting-Show DSDS, denn da liegen die Emotionen blank. Eine Sendung, die niemand schaut (ich frag mich bloß wo die Zuschauerzahlen dann herkommen). Ich kann mich noch gut an die Zeit der ersten Staffel vor Jahren erinnern. Meine Schwiegermutter hat mich darauf aufmerksam gemacht, ich solle mir das unbedingt mal anschauen, die Kandidaten könnten so schön singen. „Liebe Mutti, sei mir nicht böse, nie im Leben werde ich mir so einen Schrott anschauen.“, waren damals meine ernst gemeinten Worte. Man sollte tatsächlich niemals nie sagen. Denn vor zwei Jahren hab ich mehr aus Zufall ein paar der Castingauftritte mitbekommen und war in den Bann gezogen. Seither verfolge ich die Shows mit emotionaler Begeisterung, RTL hat bei mir gesiegt. Während ich ansonsten sehr zurückhaltend mit meinem Fernsehkonsum bin, freue ich mich von März bis Mai auf die Samstagabende und meine Familie weiß, die Zeit ist für mich reserviert. Ich mag die ganzen negativen Schlagzeilen nicht, auch nicht die Abwertungen, aber ich empfinde schon irgendwie einen sentimentalen Unterhaltungswert, der meine Emotionen anspricht. Und so bin ich gestern tatsächlich erst gegen 1.30 Uhr ins Bett gegangen, nachdem ich die super spannende Verkündigung des neuen Superstars und anschließende Aftershow- Party genießen durfte (mit mir mein Mann). Und mir liefen tatsächlich ein paar Tränen die Wangen herunter, hat doch auch noch mein Favorit gewonnen. Das bedeutet auch, dass ich am Freitag den Gutschein von Manuel einlösen darf. Sein Geschenk zu Muttertag: Eine CD – vom neuen Superstar.
Wenn ich solch einen Hype dann sehe, dann denke ich allerdings auch ganz oft: Wahnsinn, dass es so einen Wirbel um einen Menschen gibt (und ich gönn ihm das von ganzem Herzen) Aber dann wünsche ich mir so sehnlichst, dass es solche Menschenmassenaufläufe auch für Gott geben sollte. Etwas patriotisch vielleicht, aber da stehe ich so 100% zu meinem Glauben und meinem Gott, dem jede Ehre, jeder Ruhm und alle Anerkennung gebührt. Vielleicht bin ich zu emotional in diesen Dingen, aber das lässt sich wohl nicht ändern. Und ich vergieß lieber eine Träne zu viel, als eine zu wenig.
hm