Archive für 3.3.2008

und plötzlich wird alles andere unwichtig

Man weiß nie wann es passiert, aber es kann immer Jeden treffen. Von einem auf den anderen Moment kann unser Leben vorbei sein. Und was kommt dann? Bin ich mir dann sicher, vor meinem Schöpfer zu stehen? Auf welches Fundament habe ich mein Leben gesetzt? Selbst ich als Christ muss mich das immer wieder fragen, muss immer wieder meine Prioritäten neu setzen, immer wieder neu die Golfbälle (die Leser unseres Buches wissen was ich meine) ordnen. Als bekennende Christin weiß ich: Durch Jesus bin ich gerettet, weiß ich, dass ich mein Leben in der Ewigkeit mit IHM verbringen darf. Angst vor dem Tod habe ich daher nicht. Und dennoch, es erschreckt mich, wenn ich merke, wie schnell etwas passieren kann. Und dann denke ich an die, die Jesus nicht kennen, die dann keine Entscheidung mehr treffen können. Das zerreißt mir fast das Herz, es schmerzt mich, wenn ich weiß, dass mir nahe stehende Menschen diese Entscheidung ablehnen, dass sie Angst haben, irgendetwas zu verpassen im Leben, oder einfach nur aus Gedankenlosigkeit oder Oberflächlichkeit eine Beziehung mit Jesus nicht zulassen. Warum beschäftigt mich das nun gerade jetzt?

Es ist gut gegangen, aber es hätte auch Schlimmeres passieren können. Heute Morgen erzählt mir Manuel, dass er wieder mit Timmi, seinem Freund mit dem Motorrad zur Schule fährt. Mir ist nie wohl bei dem Gedanken, aber heute war es irgendwie besonders schlimm. Ich lächele meinen Jungen an, und beteuere ihm meine Liebe, denke irgendwie, es könnte vielleicht das letzte mal sein, ihm das zu sagen. Und bitte ihn: „Manuel, sag Timmi, er soll vorsichtig fahren.“ „Ja, ja Mama.“ Ein kleines Stoßgebet geht von mir zum Himmel.

4 Std. später stehe ich ahnungslos im Teeladen. Eine Weight Watchers Teilnehmerin kommt leichenblass herein: „Frau Malisic, haben sie schon gehört was mit Ihrem Bub passiert ist. Er hatte einen Unfall, mit dem Motorrad, ich habe die beiden angefahren.“ Und unter Tränen erzählt sie mir die Geschichte. Manuel ist wieder zu Hause, er war im Krankenhaus, ein paar Schürfwunden, der Schock, und das Knie, was eh schon nicht so ganz in Ordnung ist, hat es wieder abbekommen.

Er lebt, das ist das Wichtigste, und dann konnte ich mir Zeit nehmen für die arme Frau. Ich hab sie getröstet, und irgendwann für sie gebetet. Das ist wohl einer der größten Albträume, die ich auch selbst habe: ein Kind anzufahren.

Hab dann gleich zu Hause angerufen, in der Mittagspause Leckereien für mein verletztes Kind gekauft und ihn heute so richtig verwöhnt, mit Kuchen backen und so.

Morgen bleibt er noch zu Hause, in zwei Wochen ist eine Kernspintomographie. Das Wichtigste ist: er lebt, aber man denkt doch wieder darüber nach, was wäre wenn. Ein paar Stundenkilometer schneller, ein Bruchteil einer Sekunde……….. Ich könnte Gott nun anklagen, warum hast du nicht aufgepasst. Aber, Unfälle passieren, und ich bin IHM dankbar, dass es den beiden Jungs gut geht, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

hm

kleine Wunder

Es ist oftmals meine persönliche Einstellung, es sind meine Gedanken, die mich zum Positiven oder Negativen führen. Während des Laufens heute gab es zwei Möglichkeiten. Die Erste sähe folgendermaßen aus: „Hätte ich mir doch bloß eine Mütze aufgezogen, es pfeift um meine Ohren, und jetzt fängt es auch noch an zu nieseln. Der Regen wird immer schlimmer, mein Gesicht und die Haare sind schon ganz nass. Von Sonne keine Spur zu sehen.“ Zu Folgendem habe ich mich allerdings entschieden: „ Hätte es vorhin schon so geregnet wäre ich bestimmt nicht gelaufen, aber so freu ich mich, dass ich mich heute schon bewegt habe. Die frische Luft tut mir gut. Der Regen und der Wind können meinem Gesicht nichts anhaben, ich habe es dick mit Nachtcreme eingeschmiert. Duschen muss ich eh, also sind nasse Haare auch nicht schlimm. Und ich genieße den beginnenden Frühling. Heute habe ich die ersten Krokusse gesehen. Die Narzissen und viele Bäume blühen schon, und die Luft tut meinen Lungen gut.“

Gestern haben Beate und ich unser neues Buch besprochen, und wir sind auf eine gemeinsame Freundin gekommen, die genau diese positive Lebenseinstellung ausstrahlt. In ihrer Gegenwart fühlt man sich wohl, sie findet an Allem etwas Gutes. Manche Frauen inspirieren mich, da schaue ich mir gerne etwas ab. Ich wähle aus, was zu mir passt, ohne meinen Typ, mein Temperament zu verbiegen. Ich bin am Lernen, und werde das wohl auch noch mit 80 tun (wenn ich so alt werde). Und ich würde gerne zu den Frauen gehören, die auch etwas von mir abschauen.

Obwohl nicht erwartet stand am 1. März ein Tulpenstrauß auf meinem Tisch. Damit hatte ich ja eigentlich gar nicht gerechnet, da ich in Pirmasens sein sollte. Am Donnerstag bekam ich den Strauß von einer Bekannten geschenkt. Es sind die Kleinigkeiten, die mein Herz manchmal hüpfen lassen. Ich freu mich an so banalen Sachen. Und nehme sie ganz bewusst war. Manchmal ist es die Umarmung und ein Kuss meiner kleinen Tochter, manchmal ein unerwartetes Kompliment meines Mannes, ein gutes Gespräch mit meinem 17jährigen oder das kleine Mitbringsel einer lieben Weight Watchers Teilnehmerin letzten Mittwoch. Kleine Aufmerksamkeiten, kleine Freuden, Winzigkeiten, die man sonst für so „normal“ „alltäglich“ „unauffällig“ oder „selbstverständlich“ hält versuche ich immer als etwas Besonderes zu sehen. Vielleicht ist es das, was mein Leben oft bereichert. Ich möchte offen sein, für die kleinen „Wunder“, die ich im Alltag erlebe, aber ich habe auch  Glauben, für das ganz Große.

Letzte Woche bekam ich eine E-Mail von einer Frau, die sich Gedanken um einen Ausspruch in unserem Buch gemacht hat, nämlich der Aussage, dass Gott Wunder tun kann, und Beate und ich schon erlebt haben, wie wir von Krankheit geheilt worden sind. Das Ganze hat eine theologische Diskussion zwischen mir und meinem Mann ausgelöst, die er natürlich als Pastor belegen kann. Ich als einfache „Pastorenfrau“ kann da eigentlich nur von meinen Erfahrungen berichten, und halte mich natürlich an die Verheißungen der Bibel. Und da ich meine Geschichte eh mal aufschreiben wollte, werde ich versuchen, sie diese Woche zu Papier zu bringen und sie auf meine Seite setzen.

hm

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