Archive für Februar 2008

Wellness

„So lässt du das jetzt, und machst gar nichts dran. Bis du da bist fällt dir sonst alles wieder zusammen.“ Meine Friseurin hat ganze Arbeit geleistet. Frisch gefönt fuhr ich also gestern die Strecke nach Holzgerlingen. Ein wenig aufgeregt war ich schon. Kommt ja nicht jeden Tag vor, dass ich zu der Aufzeichnung einer Fernsehshow fahre. Und prompt begrüßt mich die Moderatorin Meggie Alisch mit den Worten: „Hallo Heike, hey, tolle Frisur.“ Ok, so sehe ich im echten Leben ja nicht aus, aber fürs Fernsehen, darf es ruhig mal ein wenig gestylt sein. Drei Outfits sollte ich mitbringen (hatte vorsichtshalber mal 4 mitgenommen und 4 Paar Schuhe, man weiß ja nie) Insgeheim hatte ich schon meine Favoritenklamotte an, da sagt die Visagistin, ich müsse etwas tragen, was zum Outfit der Moderatorin passt. Und da die knallpink und Jeans trägt, war klar, dass ich meinen Blazer und Jeans anziehen sollte. Und dann ab in die Maske. War ein tolles Gefühl von einem Profi so richtig ordentlich geschminkt zu werden. Wenn ich mir allerdings die Bilder anschaue, die gemacht wurden, (die stelle ich gleich mal in die Galerie) frage ich mich, wer ist diese Frau dort? Der Komponist und Sänger Danny Plett wurde mit mir zusammen interviewt, und wir haben uns gleich sehr gut verstanden. Natürlich bestand ich auf eine signierte CD von ihm, und er auf ein signiertes Buch von mir. Seine Frau stand im Hintergrund und gab Handzeichen, die klar zu deuten waren: „Cool, das Buch lese ich!!!“

Vom Aufnahmeleiter, über den Redaktionschef bis hin zur Gästebetreuung waren alle super nett, und man konnte sich nur wohl fühlen. Was ich ganz toll fand war, dass der Redaktionschef vor den Aufnahmen mit einem Gebet begann. Wo gibt’s denn das noch? Christlicher Sender hin und her, aber ich war beeindruckt, und hab mich gleich  noch ein Stück wohler gefühlt.

Die erste Ausstrahlung ist schon am 15. März. Ich werde in Grund und Boden fallen, wenn ich mich selbst im Fernsehen sehe.

Als ich nachmittags nach Hause kam war ich natürlich noch frisiert und geschminkt. Manuel ist fast vom Stuhl gefallen. „Mama, du siehst ja klasse aus, voll jung, wie 20.“

Ich: „Na wie ein Teenie möchte ich nicht aussehen.“

Er: „Nein siehst du auch nicht, besser.“

Wow, dass muss ich ein wenig wirken lassen, denn gestern Abend nach dem Abschminken konnte man die Wahrheit schon wieder entdecken und heute Morgen beim Aufstehen saß auch die Frisur nicht mehr. Also, willkommen zurück im wirklichen Leben. War heute Morgen schon joggen, werde mich gleich nochmals an meinen Vortrag für heute Abend setzen, den Nordic Walking Kurs vorbereiten und um 16.00 Uhr muss ich dann schon wieder los.

Alles in allem ist es ein stressiges Wochenende, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite stecke ich hier mitten in meiner Berufung. Es geht mir gut, ich hab alles ganz gut organisiert und freue mich. Das ist so ein kleines Geheimnis von Beate und mir. Wir versuchen immer wieder auch in stressigen Zeiten unseren Job als Wellness zu betrachten. Arbeit, die einem Spaß macht.

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Tomatensoße

Am Freitag bin ich genau 20 1/2 Jahre verheiratet. Die halben Jahre zählen wir nur alle 4 Jahre. Was mir an unserer Ehe besonders gut gefällt ist, dass wir immer noch miteinander lachen können. Und das hat irgendwie auch auf unsere Kinder abgefärbt. Manchmal denke ich, wenn uns andere zuhören würden, die müssten mit dem Kopf schütteln, was wir da so manches mal loslassen. Manchmal wird es mir zu heftig, dann sag ich’s einfach. Aber meistens sind wir alle am Lachen. Wir können austeilen, aber auch einstecken. (Nur dann nicht, wenn ich gerade mal depressiv drauf bin…..)

Am Samstag während unseres Stadtbummels stehen wir in einem Modegeschäft und Vlado probiert einen super schönen Anzug an, und sieht natürlich umwerfend aus. Neben uns ein Päärchen, ca. 15 Jahre jünger, die gleich Prozedur, nur, dass es eine Hochzeitsvorbereitung ist. Da grinse ich, und sage zu meinem Mann: “Ach Maus, du siehst ja so gut aus, ich würde dich nach 20 Jahren Ehe glatt nochmal heiraten.” Er dreht sich um, grinst zurück und kontert: “Gib doch zu, du willst doch nur mein Geld.”………………….

Vorgestern saßen wir am Mittagstisch, es gab klassische Tomatensoße und selbst gemachte Ravioli (Teig im Thermomix hergestellt) Die Soße muss ich immer mit viel Süßstoff zubereiten und mindestens 1 Std. wenn nicht eher 2 Std. köcheln lassen, damit sie meinem Mann nicht zu sauer ist. Hab ich nicht geschafft, da ich morgens noch im Teeladen war. Außerdem fand ich, sie schmeckt.

Vlado: Maus, die Soße ist mir echt zu sauer, die kann ich kaum essen.

Ich: Tut mir leid, hab sie nicht lang genug kochen lassen, iss sie halt so.

Er: Ich kann Tomatensoßen echt nicht mehr vertragen, davon bekomme Sodbrennen.

Ich: Also, was soll ich denn überhaupt noch kochen, Sahensoßen magst du nicht, Tomatensoßen verträgst du nicht, weiß darf eine Soße auch irgendwie nicht sein, du machst es mir echt schwer.

Manuel mischt sich ein: Mama, willst du Papa umbringen oder was?

Ich: Na ja, mit dem Thermomix gibt es eh demnächst richtig gute Soßen und Gerichte, da bekommst du dann immer eine Extrasoße.

Manuel: Siehst du Papa, und dann brauchst du demnächst auch gar nicht mehr zu kauen.

Gestern Abend hatte ich die erste “Lebe-Leichter-Thermomix-Vorführung”. Es war sehr schön, die Beraterin hat uns kulinarisch verwöhnt. Es war ein wenig voll, irgendwie hatte ich den Überblick verloren. Aber ich bin begeistert, wie leicht man mit diesem Gerät kochen kann, und welche Zeitersparnis man hat. (Man bedenke die Zeit, die man gespart hat, in der man das Geld, dass dieses Gerät kostet anderweitig ausgeben würde) Mein Leihgerät musste ich gestern wieder zurückgeben, aber demnächst steht auch in meiner Küche so ein Wunderkessel. Und natürlich werde ich eine extra Rezeptseite mit leichten Thermomix-Rezepten eröffnen.

Und vielleicht haben mir diese leichten Rezepte, die ich ja am Wochenende zu genüge ausprobiert habe auch eine so gute Abnahme beschert. Gestern auf der Waage konnte ich  meinen Augen kaum trauen. 2,2  kg in einer Woche, na wenn’s mir da nicht gut geht. Hab das vorher aber schon an meiner Lieblingshose gemerkt.

Nun heißt es dran bleiben. Diese Woche hab ich so richtig Stress. Positiv, aber Sress ist es trotzdem. Morgen früh fahre ich nach Holzgerlingen zur Aufzeichnung der Fernsehsendung. am Freitag Nachmittag geht es dann nach Pirmasens, und am Samstag gebe ich  dort noch einen Nordic- Walking- Kurs.

Wenn es etwas gibt was mich so richtig freut, dann ist das der einziehende Frühling. Ich bin ein Sommermensch, wegen mir könnte der Winter entfallen. Und ich labe mich an jedem Sonnenstrahl, den ich bekommen kann. Vorgestern bin ich in Entzücken geraten, da blüht in meinem Garten schon die erste Narzisse. Meinen ersten obligatorischen Tulpenstrauß werde ich mir dieses Jahr nicht am 1.3. kaufen können, da bin ich weg, aber am Montag steht ein großer Tulpenstrauß auf meinem Tisch, und dann darf der Frühling kommen.

hm

Wunderkessel

So kurz hintereinander musste ich vorgefasste Meinungen revidieren. Jahrelang habe ich mich geweigert auch nur etwas Gutes am „Thermomix“ zu finden. Ich habe alle Küchengeräte, die man braucht, wozu dann noch ein Gerät, dass vor allen Dingen viel zu teuer ist. „Und pürieren kann ich auch mit meinem ESG-Gerät.“ Nun hab ich eine nette Beraterin privat kennengelernt, wir kamen ins Gespräch, und tatsächlich, ich wurde neugierig. Sie hat mir ein paar Kniffe erklärt, und ich war nicht abgeneigt. Vor allen Dingen fand ich die Idee klasse, dass der Thermomix tatsächlich in der „leichten Küche“ von Nutzen sein könnte. Also werden ich mit ihr regelmäßig „lebe-leichter-Thermomix-Abende“ veranstalten. Ich war überrascht, der erste Abend am Dienstag ist komplett voll. Damit ich überhaupt weiß, was wir da am Dienstag machen, lieh mir die Bekannte am Freitag ein Gerät aus, und was soll ich sagen: Ich bin nur begeistert. Habe mal eben schnell Freitagabend ein Brot mit frisch gemahlenem Roggen und einen Schokoladenkuchen gebacken, danach ein Himbeersorbet mit 0 P. Vlado saß grinsend im Wohnzimmer und beobachtete meine Euphorie. Er kennt das schon, wenn ich von etwas begeistert bin, dann bin ich in meinem Element. Nachdem Joana und ich das Eis gegessen haben, und ich weiter am werkeln war, kam dann irgendwann mal so eine Bemerkung aus dem Wohnzimmer: „Bekomme ich auch irgendetwas aus dem Wunderding?“ 2 Min. später hatte auch mein Mann sein Eis und war sichtlich begeistert.

Gestern wollte ich es dann wissen. Nachdem ich nach dem Gottesdienst nochmals schnell einen Kuchen gebacken habe musste ich wissen, ob das Gerät auch Hackfleisch herstellen kann. Und siehe da, aus einem Stück mageren Rinderbraten, ein paar Zutaten hatte ich in 0,nichts Königsberger Klopse mit Kartoffeln. Obwohl das Gerät eigentlich nur für 4 Personen kocht, sind wir alle satt geworden, es war sogar noch etwas übrig. Das Wichtigste für mich war die Reaktion meines Mannes. Schweigen am Tisch und dann: „Also die Klöße sind lecker, die Soße auch, Kartoffeln könnten etwas weicher sein.“ Cool,  Kartoffeln waren zu viel im Varoma, aber das lernt man mit der Zeit, aber der Rest war lecker. Und das erste Mal, dass ich die Soße selbst gemacht habe, ganz  leicht.  Danach habe ich Nudelteig ausprobiert und Ravioli hergestellt mit Tomatensoße, heute ist der Rohkostsalat daran und ein Biskuit. Und wenn das funktioniert, dann kann ich nur sagen, Hut ab, warum bin ich schon 20 ½ Jahre verheiratet und hab so ein Gerät noch nicht?  

Glücklicherweise war mir nachmittags dann das Mehl ausgegangen und auch sonst gab es kaum etwas im Thermomix auszuprobieren. Zeit also, mit den Kindern in den Stadtgarten zu fahren.  Steven wollte sich lieber verabreden, Manuel ist schon zu alt, aber Jonathan und Joana hatten Lust. Und so haben wir drei es uns auf dem Spielplatz nett gemacht. Danach war für uns klar, das erste Eis musste gegessen werden. Die Eisdiele hat an diesem Wochenende geöffnet. In eine riesige Schlange haben wir uns eingereiht, um 40 Min. auf unser Eis zu warten. Immerhin, 1 Kugel Baccio Eis, und das schon im Februar, da hat sich das Warten gelohnt. Und mit eingeplant hatte ich es auch.

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vorgefasste Meinung

Gestern Abend war ich mit ein paar Frauen unserer Gemeinde in Kehl zu einem Vortrag von Ruth Heil. Immer wieder habe ich über diese Frau gelesen, sie ist verheiratet, Mutter von 11 Kindern, und Autorin mehrerer Bücher. Nur auf dem Foto war sie mir bekannt, und ich hatte mir so meine eigene Meinung über sie gebildet. Nun bot sich mir endlich einmal die Gelegenheit sie persönlich zu hören. Und ich war sprachlos. Anstatt eine zurückhaltende, biedere, schüchterne kleine Frau mit leiser Stimme, steht sie dort groß gewachsen, mittlerweile 60 Jahre mit langen gepflegten Haaren und Hut, reißt einen Witz nach dem anderen und erzählt aus ihrem Leben so voller Anmut und Leichtigkeit, und dennoch mit so viel Tiefe. Es wurde gelacht und geweint, und sie hat eine Art die Liebe Jesu weiterzugeben wie ich sie selten erlebe. Leider ergab sich keine Möglichkeit sie persönlich kennenzulernen, das werde ich nachholen, wenn wir sie als Gemeinde zu einem Frauentag einladen. So habe ich doch wieder etwas dazu gelernt. Bilde dir erst eine eigene Meinung, wenn du jemanden persönlich kennst, wenn du ihn gehört, gesehen und vielleicht sogar gesprochen hast. Ein Denkzettel, der auf eine Situation in naher Zukunft passt. Der Abend hat sich gelohnt.

Der Februar geht dem Ende entgegen, und meine Termine rücken voran. Habe diese Woche noch einmal so einen richtig schönen Abschluss gefunden. Am Donnerstag haben wir mit Sekt unsere Gemeindevereinsgründung gefeiert, gestern Morgen durfte ich mich in einem Kosmetikstudio verwöhnen lassen. Einen Gutschein für eine Fußpflege, von den Würzburger Frauen geschenkt bekommen, habe ich in eine Kosmetikbehandlung getauscht. Luxus pur, den ich mir sonst kaum gönne. Dann gestern noch der Frauenabend und jetzt gleich, wecke ich meinen Mann mit einer Tasse Kaffee und wir gehen shoppen.

Ein liebes Ehepaar aus unserer Gemeinde bot an uns heute im Laden zu vertreten, damit wir mal einen freien Samstag haben. Und Vlado hatte den Vorschlag: Lass uns mal bummeln gehen. Also darf ich mich jetzt auf einen gemeinsamen Vormittag mit meinem Schatz freuen, und vielleicht auch an dem einen oder anderen Schnäppchen.

Joana hat bei einer Freundin übernachtet, die Jungs schlafen noch. Während ich in Kehl, Joana bei ihrer Freundin war, hatte Steven einen schönen Abend mit der Feuerwehr im Rebstock und Vlado hat den Abend genutzt und einen „Männerabend“ mit den beiden Großen veranstaltet.

hm

außerplanmäßig

Donnerstags ist ja sozusagen mein „freier Tag“. Nicht wirklich frei, aber doch so, dass ich, wenn ich wollte, irgendetwas für mich tun kann. Meistens sitze ich den ganzen Vormittag an meiner Weight Watchers Abrechnung. Man glaubt nicht, was das für ein administrativer Aufwand ist. Und ich bin immer ganz froh, wenn das erledigt ist. Aber jeden Donnerstag darf ich ausschlafen. Vlado steht um 6.00 Uhr mit den Kindern auf, und ich bleibe einfach liegen, bis ich wach werde. Das ist mal um 7.00 Uhr mal um 8.30 Uhr. Luxus, den sicherlich nicht jede Frau hat, und ich bin sehr dankbar dafür. Heute Morgen beim Aufwachen stand mein Entschluss fest. Ich gehe außerplanmäßig laufen. Die Stöcke geschnappt habe ich mir nicht nur 4 Points dazuverdient, sondern auch meinen Gedanken freien Lauf gelassen. Und ich stelle immer wieder fest, dass ich die besten Ideen eben beim Laufen habe. Natürlich kreisen die Gedanken um das neue Buch, Ideen werden an der frischen Luft gesammelt, und zu Hause sofort in den Rechner getippt. Aber auch ansonsten haben wir in den letzten beiden Wochen sehr viel Neues, worum meine Gedanken kreisen. Wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden, Herausforderungen liegen vor uns.

Und gerade in solchen Situationen, wenn der Alltag eben nicht nur Alltag ist, bin ich am meisten herausgefordert im Plan zu bleiben. Ich neige dazu, in stressigen Situationen zu essen. Ich kompensiere Druck mit Nahrung. So brauche ich gerade für die kommenden Wochen einen guten Plan, um mein Ziel zu erreichen. „Im Voraus Planen“, hilft mir dabei meistens den Rahmen zu finden und nicht auszubrechen. Außerdem hilft mir die Ablenkung. Abends habe ich mir angewöhnt, wenn sonst nichts ansteht, zu stricken. Meine Strickjacke ist so gut wie fertig und mein Mann meinte: „Warum kaufst du dir nicht eine ordentliche Jacke, die sähe viel besser aus als das, was du da fabriziert hast.“  „DANKE“

Ich: Ich stricke nicht, weil ich eine Strickjacke brauche, oder ein paar Socken. Dann kauf ich mir welche. Stricken ist für mich Therapie. Wenn ich stricke, esse ich nicht.

Er: AHA, na dann strick mal weiter.

Bücher schreiben gehört auch zur Therapie, denn auch dabei esse ich nicht.

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ja ich will

Hat man ein Buch veröffentlicht denkt man natürlich darüber nach ein zweites zu schreiben. Kurz nach dem Erscheinen von „Lebe leichter“ war der Wunsch wieder da, ein weiteres Werk herauszubringen. Die Ideen gingen hin und her, Konzepte wurden mental erstellt und wieder verworfen. Beate und ich waren uns einig. Wenn wir noch ein Buch schreiben, dann muss es zumindest an „Lebe leichter“ heranreichen, wenn nicht noch ein bisschen besser werden. Das war unser Anspruch. Und dem dachten wir irgendwie nicht gerecht zu werden. Also ließen wir es bleiben, konzentrierten uns auf unsere Arbeit, und ermutigten Frauen in ganz Deutschland mit unseren Themen. Und dann stellte sich natürlich auch die große wichtige Frage: „Schreiben wir überhaupt noch ein Buch zusammen?“. Wir beide haben so viel gemeinsam, und sind dennoch so verschieden. Aber über die Entfernung (Würzburg und Oberkirch liegen 252 km auseinander) sind wir Freundinnen geworden. Da uns die ganz wichtige Frage: „Wie können wir mit unseren Gaben und Talenten anderen Frauen helfen?“ nie loslässt, haben wir uns während der Hörbuchaufnahmen für „Lebe leichter“ zusammengesetzt, und ein neues Konzept erstellt. Dem Verlag das angedeutet haben wir uns dennoch nicht so richtig getraut. Und jetzt vor 3 Wochen kam die Anfrage: „Was ist eigentlich aus eurem Konzept geworden?“. Beate und ich kommunizieren meist per Email. Und dann kam irgendwann einmal die Frage aus Würzburg: „Willst du noch ein Buch mit mir schreiben?“

„Ja ich will.“

Mit wem sonst? Und wir brauchen uns zum Anspornen. Am Montag kam die Zusage vom Verlag. Das Buch wird gemacht, Abgabe- und Erscheinungstermin stehen fest. Klare Vorgaben die wir brauchen, um aktiv zu werden.

Es gibt eine Klitzekleinigkeit, die beim Buchschreiben nicht so toll ist. Ich sitze viel mehr, und müsste mir eigentlich 2 Points pro Tag abziehen. Da schaue ich dann aber großzügig drüber weg, bin ja sonst genügend in Bewegung.

Heute Morgen war ich nicht joggen, dafür wartet Claudia um 8.00 Uhr auf mich. Eine Stunde mit den Stöcken ist mir eh lieber als ½ Std. joggen.

Und diese Woche bleibe ich im Programm, versprochen.

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schreib ich noch ein Buch?

Ich überlege ein Buch zu schreiben. Nicht das, was Beate und ich schon im Kopf und im Herzen haben, sondern eine Art Tagebuch. Letzte Woche habe ich mir die Blog-Einträge vom letzten Jahr mal angeschaut. Was war im Februar letztes Jahr los, und dann der Schlimme Frühling,  Zerbruch, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Sorgen und dann die führende und leitende Hand Gottes in unserem Leben, wie er uns aus schlimmen Situationen wieder an die Oberfläche geführt hat. Wenn ich die Einträge lese, dann kommen die Erinnerungen wieder. Sie sind ein wenig verschleiert, wie in einem Nebel, und dennoch sind sie da, wieder ganz greifbar. Auf der einen Seite ist der Wunsch da, dies alles zu reflektieren, auf der anderen Seite haben wir damit abgeschlossen und so viele super schöne neue Dinge liegen vor uns. Vielleicht schreibe ich lieber kein Buch, vielleicht sollte man die Vergangenheit auch ruhen lassen. Ich werde mal drüber beten, und dann entscheide ich.

Heute haben Vlado und Heinrich (unser stellvertretender Gemeindeleiter) einen Termin beim Notar. Unsere Gemeinde wird heute offiziell als Verein eingetragen. Ganz schön aufregend. Im Herzen sind wir ja schon seit Sommer Gemeinde, aber nun wird es amtlich. „Christliches Zentrum Agape“ mit Sitz in Renchen. Ich hätte große Lust eine Flasche Sekt aufzumachen und zu feiern. Das werden wir bestimmt noch tun.

War heute bei strahlendem Sonnenschein laufen. Meine Beine sind mir fast abgefroren, aber gut hat es getan. Und ich bin so richtig stolz auf Beate, sie war dreimal die letzte Woche laufen. Mensch Beate, Hut ab. So versuche ich sie immer wieder zu motivieren sich zu bewegen, und sie versucht mich zu motivieren nicht so viel Süßes zu essen. Beate, ich hätte deine Motivation gestern nötig gehabt, oder eher schon die ganze Woche. Das ist gründlich daneben gegangen. Trotz guter Vorsätze, trotz dem Ziel vor Augen, tja, was soll ich dazu sagen? Werde heute mal versuchen doch ein wenig diszipliniert zu sein, damit ich mich  morgen auf der Waage nicht allzu sehr blamiere.

Werde mir gleich im Teeladen eine Kanne grünen Tee aufsetzen, soll ja den Stoffwechsel ankurbeln. Das hätte ich gerade ziemlich nötig.

hm

versöhnt

Ein sehr schönes Wochenende liegt hinter mir. Hab alles im Haushalt geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. Samstag früh war Elternsprechtag von Jonathan und Steven, nachmittags haben wir Freunden aus der Gemeinde im Garten geholfen. Ich liebe das. Wenn die halbe Gemeinde sich versammelt und mit vereinten Kräften jemandem hilft, der es gerade nötig hat. Nach getaner Arbeit kommen wir dann zum Essen alle zusammen an einen Tisch. Ich habe einen super leckeren leichten Bienenstich mitgebracht, Rezept stelle ich demnächst mal auf meine Seite. Ansonsten war meine Woche alles andere als leicht. Eine Woche nicht im Programm, das gönne ich mir ab und zu mal. Ab morgen geht’s wieder los. Der krönende Abschluss war heute ein MC- Donald Besuch. (War vorher aber mit Claudia eine gute Stunde walken) Anschließend waren wir alle sechs in Offenburg bummeln, bei strahlendem Sonnenschein und Eiskälte. Das ist schon Luxus, wenn die ganze Familie zusammen spazieren geht, kommt sonst höchstens auf Sardinien vor. Es war super lustig und ich freue mich an meinen großen Jungs.

Jetzt sitze ich im Bett, eine Wärmflasche an den Füßen und wärme mich auf. Mein Cranberry-Tee zieht und ich freue mich auf einen gemütlichen Ausgang des Sonntags. Sonntage sind klasse. Eine gute Erfindung von Gott, diesen Tag zum Ruhetag festzulegen. Ein Tag, an dem ich ohne schlechtes Gewissen nichts tun brauche. Und wenn sich die Wäsche noch so türmt, und wenn die Fenster noch so dreckig sind, das Unkraut wuchert, die Betten bezogen werden müssen. Sonntags wird nicht gearbeitet. Da ist Ruhetag, Zeit für Gott, für die Familie, für die Freunde, und mich. Je nach Bedürfnis, je nach Stimmung, je nachdem.

Mit meiner neuen Frisur habe ich mich zwischenzeitlich versöhnt. Vielleicht war es das Ungewohnte, vielleicht kam ich nicht so richtig zurecht, vielleicht war ich nur unsicher. Jahrelang hatte ich meine Haare lang getragen und war eben gerade mit der Frisur zufrieden, die ich bei den Fotos für unser Buch hatte. Aber die Entscheidung für die kurzen Haare war gefallen, und jetzt gewöhn ich mich einfach dran. Es ist wie es ist. Und dann musste ich über Beates Blog-Eintrag schmunzeln. Jede hat ihre Vorzüge. Und ich kann mich nicht daran erinnern jemals so wirklich zufrieden gewesen zu sein mit meinen Haaren. Zu dünn, zu wenig, blöde Farbe. Soweit ich zurückdenken kann, konnte ich noch nie mit einer tollen Haarpracht aufwarten. Eins der Dinge, die mir meine Mutter nicht vererbt hat (dafür aber die schönen Beine) Aber aus Dingen, die man nicht ändern kann, macht man eben das Beste. Mindestens dreimal habe ich dieses Wochenende gehört: „Man, das sieht ja stark aus, was für eine coole Frisur.“ Na also, ein bisschen Lob, und schon verändert sich die eigene Einstellung.

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von der Ordnung

Seit langer Zeit war ich heute Morgen um 7.10 Uhr nicht laufen. Bin ziemlich erkältet und wollte mir das nicht antun. Eigentlich ist das eine blöde Ausrede, ich hatte keine Lust. Außerdem wartet heute ein paar Stunden Hausarbeit und Wäscheberge auf mich. Wenn ich ganz viel Glück habe, geht Vlado heute Nachmittag in den Teeladen und ich kann in Ruhe mal wieder das ganze Haus auf Vordermann bringen. Sollten die Temperaturen heute über 5 ° steigen bin ich sogar gewillt die Fenster zu putzen. Aber so wie es draußen aussieht, wird das heute nichts. Außerdem gibt es im Haus auch schon genügend zu tun. Gestern habe ich einen leichten bis mittelschweren Reinlichkeitsanfall gehabt, die Kinder ein wenig angemeckert (ich kann auch anders) und mir fest vorgenommen, heute wird aufgeräumt. Leider gehöre ich nicht zu den Superhausfrauen, deren Haus immer pikobello sauber ist. Bei mir kann man nicht zu jeder Zeit kommen und garantiert saubere Böden vorfinden. Ich muss mit Plan arbeiten, damit es bei uns ordentlich ist. Meistens gelingt mir das ganz gut, aber wenn mehrere unvorhergesehene Dinge zusammen kommen, dann bricht auch mal das Chaos aus. „Für 4 Kinder sieht es bei dir super ordentlich aus.“, sagte letztens eine Frau unserer Gemeinde. Das hört sich ähnlich an wie: „Für 4 Kinder bist du doch schlank genug.“ Na klasse, aber Hand aufs Herz. Ich hab es gerne ordentlich, ich bemühe mich so gut ich eben kann, aber wenn es mal nicht so ordentlich ist, na dann ist das eben so. Gute Freunde wissen das, die schauen drüber weg, die sind eher erleichtert. „Na was meinst du wie es bei mir aussieht.“ Bekommt man dann zu  hören. Und wer die Nase rümpft, darf sich gerne einen Putzlappen nehmen. Habe letztens mit einer Bekannten über Ordnung und Sauberkeit gesprochen. Sie erzählte von einer Kundin, bei der müssen Mann und Kind im Keller schlafen, damit die Betten in der Wohnung nicht unordentlich werden. Sie ist von morgens bis abends am putzen, macht gar nichts anderes. Na da können mein Mann und meine Kinder doch glücklich sein, dass ich nicht so ordentlich bin.

hm

fliegen

Na das nenne ich mal eine gute Idee. Gestern Abend im Treffen haben einige meiner Teilnehmer eine sehr schöne Belohnungsstrategie vorgestellt. Sie haben ein Sparschwein, und für jedes abgenommene Kilo kommt dort etwas hinein. Eine Teilnehmerin erklärte von ihren Schwierigkeiten, immer zu essen um sich zu belohnen. Auch sie möchte ausprobieren, Alternativen zu finden, und bei Erfolg etwas ins Sparschwein zu tun. Und wenn das Schwein voll ist, die Teilnehmerin schlank, gönnt sie sich von dem gesparten Geld ein Wellnesswochenende oder etwas Schönes zum Anziehen. Werde heute mal mein Sparschwein hervorkramen. Hätte ich allerdings schon eins, und wäre da schon etwas drin, dann müsste ich mir für meinen Ausrutscher gestern Abend (den ich sehr wohl sehr genau wahrgenommen habe) einen ganz schönen Batzen Geld wieder herausnehmen. Frisch gebackenes Weißbrot sollte einfach nicht in der Küche herumliegen, wenn die Mutter hungrig abends nach Hause kommt, und keine Lust mehr auf Salat Schnibbeln hat. Außerdem hatte der Kühlschrank nicht mal viel an Salat herzugeben, und auch der Obstvorrat könnte mal wieder aufgefüllt werden. Ein Blankoapfel reißt mich nicht vom Hocker, und wenn ich dann zwischen Apfel und frischem Weißbrot entscheiden muss, tja, dann verliert der Apfel.

Heute Morgen bin ich mit Claudia zum Frühstücken im Café Mayers verabredet, danach wird leicht eingekauft. So wie das Wetter aussieht, gibt es heute wieder Sonnenschein, vielleicht habe ich ja noch Lust zum Laufen.

Habe momentan das Gefühl, dass die Tage vergehen und die Zeit davonrennt. Wir leben oft nur von Termin zu Termin, freuen uns, wenn wir ungeliebte Aufgaben erledigt haben, um dann vor der nächsten Herausforderung zu sitzen. Ich möchte gerne jeden „Augenblick“ genießen, jeden Moment, auch mein Leben mit den unliebsamen Dingen, die erledigt werden müssen. Liegt nicht darin auch die Zufriedenheit eines Menschen? Ich könnte eigentlich den ganzen lieben Tag lang jammern, weil ich immer so viel zu tun habe, weil die Wäscheberge nie kleiner werden, weil das Haus nie ganz sauber wird, weil es im Garten immer etwas zu tun gibt, weil es immer irgendwelche Probleme mit den Kindern gibt, weil, sobald ich die U-Steuer-Voranmeldung abgeben habe, der Termin für die nächste Abgabe vor der Tür steht…….. Aber ich möchte gerne das Leben lieben lernen, eben auch mit all seinen Herausforderungen. Ich möchte nicht nur glücklich sein in dem kleinen Augenblick, wo scheinbar alles rund läuft. Ich möchte gerne auch im Stress, auch in der Herausforderung die Zufriedenheit finden. Ein nicht zu erreichendes Ziel? Mag sein, aber auch nicht so hochgesteckt, dass man es nicht wenigstens versuchen könnte. Jesus hat gesagt: „Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“ Na also, was heißt denn erquicken? „Sich schadlos halten, entschädigen“ Jesus will uns schadlos halten, uns entschädigen für die Mühe, die wir haben. Natürlich haben wir alle Mühen und Sorgen, und damit dürfen wir zu Gott kommen, er wird uns entschädigen. Wie lieb ist das denn? Entschädigen für die viele Arbeit, die wir haben, entschädigen, für die Sorgen, die wir uns um unsere Kinder machen, entschädigen, für Verletzungen, die wir aushalten mussten, entschädigen für das, was wir uns selbst antun. Es ist eigentlich so einfach, man muss nur mal eben die Bibel in die Hand nehmen, einen Augenblick inne halten, Augen schließen und mit Gott sprechen, und schon kommt die Zufriedenheit ins eigene Herz, man steht auf, und könnte die Flügel schwingen wie ein Adler. Ein bisschen fliegen lernen, nennt Beate es. Also fliege ich jetzt mal eben schnell unter die Dusche, stelle mich der Herausforderung des Tages (Haare mit der neuen Frisur fönen) und fliege ins Café Meyer, erquicke mich an dem reichhaltigen Frühstück und genieße den Augenblick.

hm